Menü

Breitbart soll Teil von Facebook News werden

Facebook bezahlt Medienhäuser für die Zusammenarbeit. Zu den Partnern soll auch das rechtspopulistische Portal Breitbart gehören.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 256 Beiträge

Live-Talk zu Facebook News mit Mark Zuckerberg und Robert Thomson, CEO der News Corp.

(Bild: Screenshot_Facebook)

Von

Facebook möchte "hochwertige und vertrauenswürdige News" anbieten. Zu den Medienpartnern gehört allerdings auch Breitbart. Steve Bannon hat das rechtspopulistische Portal nach dem Tod des Gründers Andrew Breitbart als Plattform für "weiße Nationalisten" ausgebaut. Mehrfach sah sich Breitbart mit Vorwürfen konfrontiert, Stimmung gegen Einwanderer und dunkelhäutige Menschen gemacht zu haben, und wurde für irreführende und sogar falsche Berichterstattung kritisiert.

Der News-Tab, wie Zuckerberg die Funktion nennt, soll Nachrichteninhalte zeigen, für deren Verwendung Facebook den Medienhäusern zum Teil Geld zahlt. Anders als sonst auf Facebook gehe es dort nicht um den Austausch von Meinungen. "Wenn Nachrichten gründlich recherchiert sind, bekommen Menschen Informationen, auf die sie sich verlassen können. Wenn dem nicht so ist, verlieren wir ein wichtiges Werkzeug, um gute Entscheidungen zu treffen", heißt es in der Ankündigung zum Start von Facebook News in den USA.

Zwar hat Facebook noch keine Liste mit allen Partnern veröffentlicht, bei einer Präsentation der Pläne musste sich Zuckerberg dann aber laut The Verge rechtfertigen, warum Breitbart in das Programm aufgenommen werde. Seine eher schmallippige Erklärung: Es sollen diverse politische Ansichten zur Verfügung stehen.

Zuckerberg behauptet wiederholt, nicht in politische Inhalte eingreifen zu wollen, da Facebook kein "Schiedsrichter" sein solle. Zwar gibt es ein Fakten-Checker-Team, es setzt sich aber explizit nicht mit Politiker-Posts auseinander – selbst wenn die Inhalte als falsch entlarvt werden, löscht Facebook sie nicht, sondern setzt gegebenenfalls einen Verweis darunter.

Gleichzeitig will der Konzern gegen Propagandakampagnen vorgehen und staatlich kontrollierte Medien als solche kennzeichnen – etwa den russischen Sender Russia Today. (emw)