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Breko: Glasfaserausbau erheblich beschleunigen

Schnelle Glasfaserleitungen sind das Rückgrat für die anspruchsvollen Ziele Deutschlands bei der Digitalisierung. Doch der Teufel steckt im Detail.

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Breko: Glasfaserausbau erheblich beschleunigen

Der schleppende Ausbau schneller Glasfaserleitungen kann nach Einschätzung des Bundesverbands Breitbandkommunikation nur durch konkrete Maßnahmen erheblich beschleunigt werden. Dazu sei ein Paket erforderlich, das einige Stellschrauben verändere, teilte der Breko am Donnerstag in Berlin zu seiner Jahrestagung mit. "Wenn wir so weitermachen wie bisher, ist bis 2025 gerade einmal die Hälfte der Haushalte angeschlossen", sagte Iris Henseler-Unger, Direktorin des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (wik).

Allein 80 bis 90 Prozent der Kosten entfielen bei der Verlegung von schnellen Glasfaserleitungen aktuell auf den Einsatz von Personal, Material und Maschinen, ergab demnach ein Gutachten des wik. Hinzu kämen spürbare Kapazitätsengpässe auf dem Tiefbaumarkt – und steigende Preise. Es gebe große Diskrepanzen zwischen der politischen Wahrnehmung und der vor Ort. Notwendig sei deshalb die Anstrengung aller Beteiligten, nicht nur der Telekom-Unternehmen, sondern auch der öffentlichen Hand und der Tiefbau-Firmen.

Das wik schlägt etwa den Abschluss langfristiger Rahmenverträge für den Ausbau und die frühzeitige Einbindung der Kommunen vor. Auch die Genehmigungsverfahren müssten vereinfacht werden. Zudem könnten alternative und kostensparende Verlegetechniken wie das sogenannte Micro-Trenching, bei der die Leitungen in 10 bis 30 Zentimetern Tiefe verlegt werden, den Ausbau beschleunigen. Selbst mit Investitionen in die Aus- und Weiterbildung werde man ohne Rückgriff auf ausländischer Anbieter kaum weiterkommen.

"Mehr als 80 Prozent aller heute verfügbaren, reinen Glasfaseranschlüsse werden von alternativen Netzbetreibern in Deutschland – mehrheitlich Mitgliedern des Breko – gestellt", sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Der Verband wolle künftig seine Potenziale stärker bündeln. Geplant sei zudem im kommenden Jahr, auf der Messe Fiber Days in Wiesbaden mit einer "Tiefbaubörse" Netzbetreiber und Tiefbauer zusammenzubringen.

"Glasfaser ist die Zukunftstechnik", bekräftigte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Aktuell könnten über 80 Prozent der Haushalte schon auf Geschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s zugreifen, es gebe aber auch ein Nutzungsproblem. Die Nachfrage sei vielfach gar nicht so hoch, und die Zahlbereitschaft gering. Dementsprechend fehle es den Anbieter an tragfähigen Geschäftsmodellen. Umso wichtiger sei es, dass der Regulierungsrahmen so investitionsfreundlich sei, wie nur möglich. "Die Infrastruktur muss bei der technischen Entwicklung ein gewisses Maß vorauseilen." (anw)

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