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Bremer Grüne fordern Strahlen-Atlas über Mobilfunkanlagen

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Die Bremer Grünen fordern ein flächendeckendes Kataster über die Strahlenbelastung durch Mobilfunkanlagen. Diese Bestandsaufnahme sei als vorsorgender Gesundheitsschutz nötig, sagte eine Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion am Freitag gegenüber dpa. Bremen werde derzeit zu den bundesweit ersten Regionen für das neue Mobilfunk-Netz UMTS ausgebaut. Jüngste Messungen hätten gezeigt, dass an mehreren Stellen im Stadtgebiet bereits durch das derzeit bestehende Mobilfunknetz empfohlene Strahlen-Grenzwerte überschritten werden.

Ein Gutachter hatte im Auftrag der Grünen und einer Bürgerinitiative in einem dicht bebauten Bremer Wohnviertel die Sendeleistung für fünf verschiedene Mobilfunknetze untersucht. Obwohl nur zwei der Netze aktiv waren, lagen bei drei von acht Messpunkten die Werte zwischen 5.000 und 10.000 Mikrowatt pro Quadratmeter. Die so genannte "Salzburger Resolution", eine Empfehlung internationaler Wissenschaftler, empfehle nur 1.000 Mikrowatt, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Karin Mathes.

Nach Ansicht der Grünen reicht die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes nicht aus, da diese nur thermische Messwerte erfassten. "Andere Arten von Strahlenbelastung sind ungeklärt", sagte Mathes. Wenn an den kritischen Messpunkten der Untersuchung weitere Anlagen in Betrieb gehen, ist von einer Verdoppelung der Strahlenbelastung auszugehen", befürchtet Mathes.

Nach Ansicht des Informationszentrums für Mobilfunk (IZMF/Berlin) werden die gesetzlichen Grenzwerte für Mobilfunk in Deutschland aber durchweg eingehalten. "Die Grenzwerte sind Vorsorgewerte, und daran müssen sich die Netzbetreiber halten", sagte ein Sprecher gegenüber dpa. In der Brancheninitiative haben sich die deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber zusammengeschlossen. Grundlage der gesetzlichen Grenzwerte sei außerdem das Immissionsschutzgesetz und nicht die von den Bremer Grünen zitierte Empfehlung der Salzburger Resolution. (jk)

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