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Brennstoffzelle von Toshiba treibt Notebook an

Der Prototyp einer Methanol-Brennstoffzelle soll ein Notebook länger mit Strom versorgen als herkömmliche Akkus.

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Von
  • Jürgen Rink

Subnotebook Portégé M300 mit Methanol-Brennstoffzelle

Was hinter dem Subnotebook Portégé M300 aussieht wie eine dicke Dockingstation, ist nichts anderes als eine Brennstoffzelle – zu besichtigen am Toshiba-Messestand (Halle 1, Stand 6h2). Ein Tank mit einem Methanol-Wassergemisch dient als Brennstoff für den Stromlieferanten. Wie lange das Notebook damit läuft, verrät Toshiba allerdings nicht, genauso wenig wie die genaue Spezifikation. In einer Mitteilung gibt das Unternehmen lediglich bekannt, dass die Energiedichte der Brennstoffzelle bis zu fünf Mal höher sein soll als die eines typischen Lithium-Ionen-Akkus.

Diese Angabe verwundert, denn Li-Ion-Akkus speichern bis zu 160 Wh/kg und diesen Wert erreicht bislang keine einzige mobile Brennstoffzelle. Lediglich wenn man einige Ersatzpatronen dazurechnet, holt der neue Antrieb auf. Viele Unternehmen, darunter auch Matsushita, Sanyo, Toshiba und Sony, die insgesamt rund 90 Prozent des Li-Ion-Akku-Markts beherrschen, haben bereits früher Brennstoffzellen vorgestellt und die Marktreife für 2004 oder 2005 versprochen. Davon ist längst nicht mehr die Rede, vorsichtig sprechen die Auguren jetzt von 2007 oder 2008 als Startjahr.

Und selbst dann wird die Brennstoffzelle nicht den Li-Ion-Akku ersetzen, sondern ihn ergänzen. Der Wirkungsgrad einer Brennstoffzelle liegt bei 15 bis 25 Prozent, die meiste Energie wird also in Wärme umgesetzt, was einen Einsatz im Innern von Notebooks verbietet. Höchstens als externer Kasten, wie von Toshiba gezeigt, sind solche Produkte sinnvoll. Dass namhafte Hersteller trotzdem weiter an Brennstoffzellen forschen, hängt mit dem zukünftigen Energiebedarf vor allem von kleinen Mobilgeräten wie Smartphones zusammen. Details zu Brennstoffzellen als Antrieb von mobilen Geräten bringt die aktuelle Ausgabe c't 6/2005 ab Seite 122.

Nicht nur die Brennstoffzelle ist einen Blick wert, sondern auch das Portégé M300 selbst: Das brandneue Subnotebook soll Spritzwasser und Stürze vom Schreibtisch überstehen. Per BIOS-Setup kann man Schnittstellen sperren, was auf Sicherheit bedachte Administratoren freuen wird. (jr)