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Brexit: .eu-Domaininhabern drohen Komplikationen

Mindestens 300.000 .eu-Domains sind von Großbritannien aus registriert. Wenn es nicht zu einem Brexit-Deal kommt, gehen diese demnächst verloren.

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Brexit: .eu-Domaininhabern drohen Komplikationen

(Bild: Pixelbliss/Shutterstock.com)

Gibt es nicht doch noch einen Deal, setzt der Brexit auch die Inhaber von .eu-Domains unter Zugzwang. Britische Bürger, aber auch EU-Bürger, die dauerhaft oder temporär auf der Insel leben, verlieren am 30. Mai ihre eu.-Adressen; es sei denn, sie geben eine Adresse innerhalb der EU an. Laut Eurids jüngstem Quartalsbericht sind rund knapp über 300.000 Domains vom Vereinigten Königreich aus registriert. Das sind rund 10 Prozent der eu-Domains. Dem britischen Register nach sollen es sogar eine dreiviertel Million sein.

Es kommt auf die Postadresse an, unter der Unternehmen oder individuelle Nutzer die strikt regulierte Domain .eu registriert haben. Hat Eurid, die in Brüssel beheimatete Registry, eine britische Adresse für einen Domaininhaber notiert, haben die Betreffenden keinen Anspruch mehr auf eine .eu-Registrierung. Die EU-Kommission hatte als offizielle Hüterin der Gemeinschaftsdomain bereits Mitte vorigen Jahres in einer Mitteilung an Eurid den "Rausschmiss" angekündigt. Diese Woche legte Eurid Details nach, die für einige Aufregung sorgen.

Eurid gibt für einen ungeordneten (no Deal) Brexit bekannt, dass .eu-Inhabern von der Insel nur wenig Zeit zur Reaktion bleibt. Wer nach zwei Monaten seine Domain nicht "postalisch" in die Rest-EU umgezogen hat, dessen Domain wird von Eurid eingezogen, dekonnektiert und ein Jahr später wieder neu vergeben. Möglichen Betrügereien wären bei einer solch kurzen Karenzzeit Tür und Tor geöffnet, warnen Experten. Ein bisschen mehr Zeit bekommen britische .eu-Besitzer, wenn es doch noch einen geordneten Austritt gibt. Dann würden sie immerhin ein Jahr Zeit für den "Umzug" haben.

Klargestellt hat Eurid überdies auch nochmal, dass auch EU-Bürger, sofern sie im Brexit-Land eine .eu-Domain eingekauft haben, unter das gleiche strenge Regime fallen. Zwar könnten EU-Bürger im Lauf des Jahres noch von den neuen Eurid-Registrierungsbedingungen profitieren, die zuvorderst auf die EU-Bürgerschaft abstellen. Das nutzt denen wenig, die dann bereits ihre Domain verloren haben. Für Briten heißt es in Zukunft: Ohne Sitz in der EU oder vielleicht eine Treuhänderschaftslösung gibt es keine .eu-Domain mehr für sie.

Siehe dazu auch:

(anw)