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Britische Behörde: Linux punktet international im Verwaltungsbereich

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Laut einer Studie des britischen Office of Government Commerce (OGC) setzen Behörden weltweit verstärkt auf Open Source. Der umfangreiche Report, der mit der Unterstützung der IT-Größen IBM und Sun Microsystems zu Stande kam und nach einjähriger Entstehungszeit am heutigen Freitag veröffentlicht wurde, stellt Linux und freie Software dabei insbesondere auch als immer weiter genutzte Alternative zu Windows im Desktop-Bereich dar. Das Thema der Inkompatibilität einzelner Systeme, das lange Zeit viele Regierungen vor der Migration zu Linux abschreckte, hat demnach an Bedeutung verloren.

Als einen der wichtigsten Gründe für die Attraktivität von Open Source im Verwaltungsbereich macht die Studie Kostenvorteile aus: Die Behörden setzen demnach darauf, Geld bei der kompletten IT-Infrastruktur zu sparen. Besonders bewährt habe sich die freie Software dabei bislang im Serverbereich. Dort sorge Linux dafür, dass der Ersatz alter Rechner länger hinausgezögert werden könne. Darin sehen die Autoren der Studie sogar mögliche umweltfreundliche Effekte, da weniger Ressourcen benötigt und weniger Altgeräte auf die Deponien wandern würden. Generell fallen die Entscheidungen für Open Source dem Report zufolge aus der Überlegung heraus, auch künftig mit den Entwicklungen im Software- und Hardwareumfeld Schritt halten zu können.

Zu den Vorzeigebeispielen nationaler Verwaltungen, die gerade auf Open Source umstellen oder entsprechende Vorhaben bereits abgeschlossen haben, zählen die Briten ganz vorneweg die Stadt München mit ihrem ambitionierten LiMuX-Projekt. Weiter haben sie auf ihrer europäischen Liste die norwegische Stadt Bergen, die Datenbank- und Applikationsserver auf Linux migriert, die Stadtverwaltung von Barcelona, die spanische Region Extremadura mit ihrem Open-Source-Netzwerk sowie ein französisches Ministerium. Ein Projekt in Großbritannien ist interessanterweise nicht dabei. International verweist das OGC auf das indische Ministerium für Informationstechnologie, das eine Strategie entwickelt hat, mit der Open Source zum De-facto-Standard in Forschungseinrichtungen werden soll. Nicht fehlen darf die Volksrepublik China, die mindestens 200 Millionen Desktops mit freier Software bestücken will.

OGC-Chef John Oughton sieht mit der Betrachtung der Pilotprojekte den Nachweis erbracht, dass Open Source "Regierungsstellen helfen kann, effiziente und kostengünstige IT-Lösungen zu betreiben". Mit vergleichbaren Argumenten trommelt Microsoft allerdings auch gerade wieder für den Einsatz von Windows in der Verwaltungswelt, nachdem die Redmonder zuvor schon auf Erfolge gegen Open Source und unter anderem Rahmenverträge mit britischen Behörden verwiesen hatten. Oughton hofft trotzdem, dass der Report Behörden dabei helfen kann, "informierte und preiswerte Urteile" bei Entscheidungen "über die ihre Bedürfnisse am besten befriedigenden Lösungen zu treffen." (Stefan Krempl) / (jk)

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