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Britische Behörden vermissen Datenträger mit Informationen über gefährliche Straftäter

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Ablaufplan der "Prolific and other Priority Offender (PPO) Strategy"

(Bild: Home Office)

Die Serie der Verluste von Datenträgern mit vertraulichen Informationen reißt in Großbritannien nicht ab. Wie das Innenministerium jetzt mitteilte, wird neuerdings ein Speicherstick vermisst, auf den Daten des zentralen britischen Polizeicomputersystems (Police National Computer) transferiert wurden. Der Stick soll unverschlüsselte Informationen über sämtliche Strafgefangene in England und Wales enthalten. Außer diesen 84.000 Standarddatensätzen sollen im Flashspeicher auch erweiterte Informationen zu 33.000 Schwerverbrechern sowie zu 10.000 "Priority Criminals" abgelegt worden sein, darunter kriminalpolizeiliche und geheimdienstliche Ermittlungsakten.

Die Daten seien mit Genehmigung des Innenministeriums von der privaten PA Consulting Group auf den Memorystick gezogen worden, heißt es. Das Unternehmen, das auch an der Entwicklung des umstrittenen nationalen ID-Card-Projekts beteiligt war, ist in das sogenannte JTRack-Programm involviert, mit dem Großbritannien die aktuellen Aufenthaltsorte von Wiederholungstätern und sonstigen gefährlichen Kriminellen webbasiert allen Polizeidienststellen zur Verfügung stellen will. Ziel der "Prolific and other Priority Offender (PPO) Strategy" sei eine konstante Verfolgung dieser Personen, um weitere Straftaten zu verhindern, heißt es auf der entsprechenden Webseite des Innenministeriums.

Seit dem Verschwinden des Sticks am Montag befürchten Strafverfolger nun, dass Polizei-Informanten auffliegen und Bürger Selbstjustiz üben könnten, wenn öffentlich bekannt wird, dass Schwerverbrecher in ihrer Umgebung leben. Das Serious Economic Crime Command von Scotland Yard hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen und wertet dabei unter anderem Videoaufnahmen der CCTV-Kameras bei der PA Consulting Group aus. Das Unternehmen selbst war bislang zu keiner Stellungnahme bereit. Der stellvertretende britische Informationskommissar David Smith bezeichnete den Vorfall als "zutiefst beunruhigend". (pmz)

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