Britische Gendatenbank der Polizei wächst rasant

In der Nationalen Gendatenbank befinden sich die genetischen Fingerabdrücke von mehr als 5 Prozent der Gesamtbevölkerung, die größten Erfolge werden bei der Aufklärung von Einbrüchen erzielt.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 91 Beiträge
Von
  • Florian Rötzer

Die Nationale Gendatenbank Großbritanniens wächst rasant. Allein letztes Jahr wurden der weitweit größten Gendatenbank die Genprofile von mehr als 720.000 Menschen hinzugefügt, schreibt die National Policing Improvement Agency in ihrem Jahresbericht. Mittlerweile sind damit die Genprofile von weit mehr als vier Millionen Personen gespeichert, das sind mehr als 5 Prozent der Gesamtbevölkerung. In England und Wales können von allen Menschen, die festgenommen wurden, Genprofile gemacht und unbefristet gespeichert werden, auch wenn sie keines Vergehens überführt werden konnten.

Im März 2007 waren die Genprofile von 3,8 Millionen Menschen gespeichert. Bei 80 Prozent handelt es sich um Männer, 41 Prozent sind zwischen 15 und 24 Jahren. Es werden aber auch von Kindern unter 14 Jahren eine große Menge Genprofile gesammelt, die 8 Prozent ausmachen. Das Innenministerium musste im August einräumen, dass sich Genprofile von fast 40.000 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren in der Datenbank befinden, gegen die überhaupt nichts vorliegt. Sie waren nicht verurteilt, ermahnt oder gewarnt worden, es liegen auch keine Klagen vor.

Von 2006 bis 2007 konnte bei 44.000 DNA-Proben, die am Tatort genommen wurden, eine Übereinstimung mit Genprofilen auf der Datenbank gefunden werden. Insgesamt wurden aber in diesem Zeitraum mit über 55.000 weniger DNA-Proben an Tatorten eingesammelt als im Jahr zuvor, wo man fast 69.000 genommen hatte. Der Rückgang wird durch eine Abnahme von Diebstählen und Einbrüchen erklärt.

Zwar leisten Genprofile nur einen kleinen Beitrag bei der Aufklärung von Verbrechen, doch der sei dann natürlich groß, so heißt es im Bericht, wenn mit einer DNA-Probe von einem Tatort ein Treffer in der Datenbank erzielt wird. Am hilfreichsten sind die genetischen Fingerabdrücke beim Identifizieren von Einbrechern. Durchschnittlich werden 17 Prozent der Einbrüche aufgeklärt, wenn Genproben am Tatort genommen wurden, steige die Erfolgsrate auf 39 Prozent. Die Aufklärungsrate für alle Verbrechen liegt bei 26 Prozent, wenn Genproben genommen wurden, steigt sie auf 43 Prozent. Verwiesen wird zudem darauf, dass Genproben auch dazu dienen, Unschuldige zu erkennen. So wurden seit 1995 94.000 Personen gebeten, eine DNA-Probe im Rahmen der Strafverfolgung bei einem schweren Verbrechen abzugeben. Dadurch habe sich bei 92.000 herausgestellt, dass sie unschuldig sind.

Um die Trefferwahrscheinlichkeit zu erhöhen, werden immer neue Möglichkeiten eingeführt oder angedacht, Genproben nehmen zu können. (fr)