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Britische Gewerkschaft: Fujitsu entlässt bevorzugt Frauen und Inder

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Die Daten stammen zwar nur aus einem von sechs Unternehmensteilen und betreffen etwas mehr als zehn Prozent der britischen Fujitsu-Angestellten. Trotzdem ist die Gewerkschaft Unite überzeugt, die Firma wolle bevorzugt Frauen, Teilzeitkräften und nicht-weißen Beschäftigten kündigen.

So seien in der "Application Services Capability Unit" über sechs Prozent der weiblichen Mitarbeiter für die Entlassung vorgesehen, verglichen mit 3,7 Prozent der Männer. Mehr als ein Zehntel aller Inder solle gehen, in den anderen Bevölkerungsgruppen seien es nur durchschnittlich 3,9 Prozent. Ähnliche Missverhältnisse sieht die Gewerkschaft bei den Anteilen der Teil- und Vollzeitkräfte an den zu Entlassenden. Wer das Unternehmen verlassen muss, entscheidet ein Bewertungssystem ("Score"), das Fähigkeiten und Engagement messen soll. Bei den so ermittelten Werten hätten sich, so die Gewerkschaft, sehr unwahrscheinliche Konstellationen ergeben. So erreichten nur 4 Prozent der Frauen die beste Note bei den "entscheidenden Fähigkeiten", verglichen mit 18 Prozent der Männer.

Fujitsu weist die Diskriminierungsvorwürfe zurück. "Wir haben Verfahren, die sicherstellen, dass es keine Diskriminierung gibt", meinte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage von heise online. Außerdem seien die Gewerkschaften an der Auswahl der Entlassenen beteiligt gewesen. Die Firma beschäftigt in Großbritannien rund 11.500 Angestellte. Davon sollten ursprünglich 1000 entlassen werden, im Moment spricht das Unternehmen nur noch von 876. 586 davon würden jedoch "freiwillig" gehen ("voluntary redundancy"). Gegen die Entlassungen streikt Unite zurzeit ebenso wie gegen eine geplante Senkung der betrieblichen Altersversorgung und eine Nullrunde bei den Löhnen. Nach Angaben der Gewerkschaft hat das Unternehmen im Jahr 2008 vor Steuern 200 Millionen Pfund Gewinn gemacht. (ck)