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Britische Internet-Provider müssen Porno-Filter einsetzen

In Großbritannien sollen zum Ende des Jahres pornografische Angebote durch die Internet-Provider aus dem Netz gefiltert werden. Die Regierung erwartet von den Providern, dass sie Filtertechniken einsetzen, berichtet [1] Wired UK. Internetnutzer müssen dann die Filter erst ausschalten, um an das gewünschte Bild- und Videomaterial zu kommen.

Betroffen von den Filtern sind neben den heimischen Internetanschlüssen auch öffentliche WLAN-Hotspots. Dessen Betreiber sind künftig verpflichtet, die Porno-Filter eingeschaltet zu lassen.

Die standardmäßig aktivierten Porno-Filter vereinfachen den Jugendschutz im Internet, erklärte Claire Perry [2], Beraterin des britischen Premierministers David Cameron gegenüber Wired. Geplant sei außerdem eine automatische Reaktivierung des Filters: Hat ein Nutzer am Abend den Filter ausgeschaltet, wird er am Folgemorgen wieder aktiv sein. Wird der Status des Filters geändert, können sich Kunden via E-Mail benachrichtigen lassen.

Lückenlosen Schutz wird die Porno-Sperre aber nicht bieten: Gefiltert werden lediglich die Angebote, die auf einer Sperrliste verzeichnet sind. Diese kann unmöglich alle Pornoseiten enthalten. Auch werden soziale Netzwerke, Bilderdienste wie Imgur [3] oder Blogs wie Tumblr [4] durch das Raster fallen.

Britische Provider hatten bereits 2011 eine freiwillige Blockade von Pornografie angeboten [5], welche aber nur vereinzelt umgesetzt worden war. Die jetzigen Sperr-Pläne der Regierung umfassen alle Provider in Großbritannien. (dbe [6])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1890846

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.wired.co.uk/news/archive/2013-06/14/parental-filtering-industry-standard
[2] http://www.claireperry.org.uk/
[3] http://imgur.com/
[4] http://www.tumblr.com/
[5] https://www.heise.de/meldung/Britische-Provider-bieten-Porno-Blockade-an-1359838.html
[6] mailto:dbe@ct.de