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Britische Musikindustrie will Filesharer mit Warnbriefen abschrecken

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Der Verband der britischen Musikindustrie BPI hat im vergangenen Monat über den Internet-Provider Virgin Media 800 Warnbriefe an mutmaßlich gegen Urheberrechte verstoßende Filesharer verschicken lassen. BBC News berichtet, die Adressaten würden darin davor gewarnt, Musik über Filesharing-Angebote wie Limewire zu tauschen oder über BitTorrent zu beziehen. Die Aktion sei Teil einer für zehn Wochen geplanten Kampagne zur Aufklärung von Internetnutzern. Laut dem Bericht plant die BPI, "tausende weitere Briefe" zu verschicken.

Auf den Umschlägen der per Post versandten Briefe prangt ein Aufdruck in weißer Schrift auf rotem Feld, laut dem der Inhalt für den Adressaten wichtig sei. Falls er ihn nicht lese, könne seine Breitbandverbindung unterbrochen werden, berichtet der BBC-Sender Radio 1 auf seiner Website. Virgin Media räumt laut Bericht ein, der Aufdruck sei ein Fehler gewesen und beteuert, es gebe keine Möglichkeit, Internetnutzer im Rahmen einer Kampagne rechtlich zu verfolgen.

Die BPI hatte die IP-Adressen der Tauschbörsenteilnehmer selbst ermittelt. Sie will erreichen, dass alle britischen Provider an der Kampagne teilnehmen. Zudem strebt die BPI eine umfassende "Three Strikes Policy" an, nach der durch Rechtsverstöße aufgefallene Filesharer zunächst zwei Warnungen zugeschickt werden sollen. Sollten sie diesen nicht folgen, würde ihnen der Internetzugang abgeklemmt.

Die britischen Provider stehen dabei unter Druck sowohl seitens der Musikindustrie als auch der Regierung. Sollten Musikindustrie und Internetanbieter das Problem nicht unter sich lösen, will die britische Regierung Maßnahmen ergreifen. Bisher hat sich laut BBC nur Virgin Media zur Zusammenarbeit mit der BPI entschlossen, Konkurrent Carphone Warehouse hingegen verweigert sich den Wünschen der Musikbranche. Einem weiteren Bericht zufolge hat auch BT einigen Kunden Warnbriefe geschickt. Der früher als British Telecom firmierende Netzbetreiber wollte eine entsprechende Zusammenarbeit mit der BPI gegenüber heise online allerdings nicht bestätigen. (anw)