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Telepolis

Britische Polizei setzt erste Drohne ein

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Bislang wurden Drohnen vornehmlich vom Militär und von Geheimdiensten eingesetzt. In Großbritannien wurde nun die erste Polizeidrohne zur Überwachung in den Dienst gestellt. Der Bezirk Merseyside (1,4 Millionen Einwohner) will die ein Meter lange und weniger als ein Kilogramm schwere Drohne ab Juni für drei Monate testen. Die Briten haben ein Schlupfloch gefunden, um zu vermeiden, dass die Drohne den Regeln der zivilen Luftfahrt entsprechen muss. Sie ist so klein, dass sie als Spielzeug gilt. Sie kann mit ihrer 10-Megapixel-Videokamera Bilder aus einer Höhe von 500 Metern machen.

Eingesetzt werden soll die Drohne zur Bekämpfung von "Verbrechen und antisozialem Verhalten" sowie zur Überwachung der "öffentlichen Ordnung", von Menschenmengen bei großen Ereignissen und Verkehrsstaus. Die Polizei erklärt, dass man mit Drohnen kosteneffizient Beweismaterial sicherstellen und damit mehr Polizisten für Streifen einsetzen könne. Schon jetzt kündigt die Polizei von Merseyside an, dass bei Gelingen des Versuchs weitere Drohnen eingesetzt würden.

Mikrodrohne von MWPower: Bild: MWPower

Alistair Fox von MW Power, dem Hersteller der Drohne, erklärt, dass die Drohne leichter als normale ferngesteuerte Hubschrauber bedient werden könne. Die Mikrodrohne kann direkt ferngesteuert werden oder über das GPS-System eine einprogrammierte Route abfliegen. Wie weit die Sicherheit bei dem "Spielzeug" für die Polizei gewährleistet ist, wird sich noch herausstellen müssen. Dass Bürger sich durch die Überwachungsdrohnen belästigt fühlen könnten, sieht Simon Byrne, Vizepolizeichef von Merseyside, als kein Problem an: "Die Menschen sind dankbar für das Sicherheitsgefühl, das ihnen Kameras geben."

In den USA hat die Polizei von Los Angeles bereits Drohnen getestet. Sie werden unter bislang sehr eingeschränkten Bedingungen auch zur Grenzüberwachung eingesetzt. Noch aber sind die Sicherheitsbedingungen für den Einsatz von Drohnen im zivilen Luftraum nicht geklärt.

In der Schweiz überwacht das Grenzwachtkorps seit 2006 mit Drohnen der Armee die Grenzen. Bei Großereignissen wie dem Weltwirtschaftsforum in Davos werden bereits seit Jahren Drohnen zur Überwachung eingesetzt. Das ist auch für die Fußball-EM 2008 geplant. Nach dem geplanten Bundesgesetz über die militärischen Informationssysteme kann die Armee "zivilen Polizeibehörden und dem Grenzwachtkorps auf deren Gesuch hin Überwachungsmittel für dringliche und befristete Einsätze zur Verfügung" stellen. (fr)

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