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Britische Polizei will Drohnen zur Videoüberwachung einsetzen

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Großbritannien will die auf dem Boden in vielen Städten bereits stark präsente Videoüberwachung zusätzlich noch aus der Luft betreiben. Der Militärkonzern BAE Systems entwickelt dazu gemeinsam mit Sicherheits- und Regierungsbehörden eine nationale Strategie zum Routine-Einsatz von Drohnen, berichtet der Guardian. Die unbemannten Flugobjekte, die beispielsweise in Afghanistan eingesetzt werden, sollen demnach pünktlich zur Olympiade 2012 ihre Patrouillenflüge starten. Tests mit dem Prototyp einer entsprechenden Drohne mit Hochleistungskameras und verschiedenen Überwachungssensoren seien noch für dieses Jahr geplant.

Die Zeitung beruft sich auf Unterlagen, die sie über das britische Informationsfreiheitsgesetz erhalten habe. Die Initiative wird demnach von der Polizei in Kent seit 2007 im Rahmen der sogenannten South Coast Partnership vorangetrieben. Dabei handelt es sich um ein Projekt zum Küstenschutz, das vom Innenministerium unterstützt wird. Doch der Einsatz der abgewandelten Militärdrohnen soll nicht auf die Überwachung von Meeresregionen beschränkt sein. Vielmehr seien damit eine Reihe polizeilicher Kontrollaktivitäten wie verdeckte Überwachung von Verkehrs- und Umweltsündern oder Demonstranten möglich.

HERTI im Flug

(Bild: Bea Systems)

Noch scheint sich die zivile Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) aber aus Furcht vor Kollisionen mit Passagiermaschinen querzustellen. BAE und die Polizei von Kent haben dort laut dem Bericht für den Plan geworben und von einer "enormen Ausweitung" der Überwachungsmöglichkeiten der Regierung und einer "Revolution der Polizeiarbeit" geschwärmt. Das Interesse an den Drohnen sei nach den Terrorattacken in Bombay gewachsen. Die CAA solle daher ihre restriktive Lizenzierungspraxis überdenken, zumal neue Ausweichsysteme der Flugobjekte in wenigen Jahren marktreif seien.

Die britische Polizei setzt genauso wie einzelne Länderpolizeien hierzulande oder Sicherheitsbehörden in vielen anderen Ländern bereits kleine Drohnen in Form von Quadrocoptern ein, die in der Regel 50 oder 100 Meter hochsteigen. Die neuen unbemannten Flugobjekte sollen dagegen ihren militärischen Pendants wie dem Predator ähneln und deutlich größer und leistungsstärker sein. Sie sollen eine Flugzeit von 15 Stunden und eine Flughöhe von 6000 Metern erreichen, was sie vom Boden aus unsichtbar machen würde. Konkret sind die 5 Meter lange HERTI-Drohne (High Endurance Rapid Technology Insertion) von BAE oder die 22 Meter lange, gemeinsam mit Lindstrand Technologies entwickelte GA22 im Gespräch. (anw)

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