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Britische Provider sollen Filesharing-Websites blockieren.

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In Großbritannien wird die Einführung von Websperren gegen Filesharing-Sites wie The Pirate Bay beraten. Vertreter der Content-Industrie haben laut einem Bericht des Guardian eine Liste von 100 Websites vorgelegt, die von den britischen Providern gesperrt werden sollen. Die Regierung hatte die Gespräche zwischen Inhalte-Anbietern und Providern initiiert.

Bereits vor einem Jahr hatte die britische Regulierungsbehörde Ofcom einen Entwurf für einen Verhaltenskodex für Internetzugangsanbieter bei Urheberrechtsverstößen durch Kunden veröffentlicht. Demnach sollten ertappte Kunden von den Providern verwarnt und im Wiederholungsfalle auf eine Liste gesetzt werden, auf die Rechteinhaber Zugriff haben. So sollte der zuvor beschlossene Digital Economy Bill umgesetzt werden, der prinzipiell auch Websperren ermöglicht.

Die Rechteinhaber sind mit dieser Lösung laut dem Bericht unzufrieden. "Websperren sind billiger als Verwarnungen zu versenden", zitiert die Zeitung einen der Teilnehmer. Die Rechteindustrie schrecke davor zurück, die Kunden der Provider direkt ins Visier zu nehmen. Umgesetzt werden sollen mögliche Websperren über eine freiwillige Selbstvereinbarung, ähnlich den Websperren gegen Kinderpornografie oder den Jugendschutzfiltern der Mobilfunkbranche.

Widerstand könnte die Zugangsanbieter teuer kommen. So hatte die Motion Picture Association bereits im Dezember eine einstweilige Verfügung gegen die British Telecom eingereicht, um die Blockade der Filesharing-Site Newzbin2 zu erreichen. Der Provider geht unterdessen zusammen mit dem Konkurrenten TalkTalk gerichtlich gegen den Digital Economy Act vor, da dieser die Grundrechte der Kunden verletze und vom Parlament unzureichend geprüft worden sei. Laut Guardian haben die beiden Provider bereits 1 Million Pfund in den Rechtsstreit investiert. (anw)