Menü

Britische Regierung erwägt Altersfreigaben für Webseiten

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket  speichern vorlesen Drucken Kommentare lesen 282 Beiträge
Telepolis
Von

Der britische Kulturminister Andy Burnham fordert eindeutigere und verpflichtende Maßstäbe für Internet-Angebote, die Kinder sehen könnten. In einem Interview mit der Zeitung The Daily Telegraph bezeichnete Burnham das Internet als "ziemlich gefährlichen Ort", an dem man Kinder unmöglich "zwei Stunden ohne Regeln" alleine lassen könne.

Er sprach sich dafür aus, dass Internetprovider Eltern kindersichere Webseiten anbieten sollen. In diesem Zusammenhang denkt die britische Regierung über Altersfreigaben für Webseiten nach dem Vorbild von Filmen nach. Der Kulturminister bestätigte auf die Frage der Zeitung nach sogenannten age ratings: "Ja, das wäre eine Option. Das ist ein Gebiet, das jetzt tatsächlich ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rückt."

Wie schon zu Anfang des Jahres, als sich das Ministerium für Kultur, Medien und Sport in der Frage um Urheberrechtsverletzungen und Filesharing einschaltete, sieht Minister Burnham den Königsweg darin, mehr Druck auf Provider auszuüben. Zugangsanbieter wie Bt, Tiscali, AOL oder Sky könnten dazu gezwungen werden, dass sich in ihrem Angebot nur mehr Webseiten befinden, die als für Kinder angemessen eingeschätzt werden, so Burnham gegenüber der Zeitung: "Es gibt Inhalte, die man nicht zugänglich machen sollte, die nicht gesehen werden sollten. Das ist meine Ansicht. Absolut kategorisch."

Zwar, so der Kulturminister, hätten Menschen, die das Internet geschaffen haben, ganz bewusst über Räume gesprochen, die außerhalb der Reichweite von Regierungen lägen, aber man müsse das jetzt einer Revision unterziehen. Besonders wenn es um schädliche Inhalte, Urheberrecht und Verleumdung gehe.

Dies sei keine Kampagne gegen die Meinungsfreiheit, versicherte Burnham. Er sehe nur ein größeres öffentliches Interesse auf dem Spiel stehen, sobald jemand durch bestimmte Inhalte zu Schaden komme. Die Maßstäbe für Webseiten müssten klar sein, Eltern müssten wissen, nach welchen Standards die Internetseiten arbeiten und welche Schutzmaßnahmen für die Seite getroffen wurden. (tpa)