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Britische Regierung vergibt Milliardenprojekte für IT im Gesundheitswesen

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Die britische Regierung vergibt zwei mit insgesamt 1,9 Milliarden britischen Pfund (2,7 Milliarden Euro) dotierte Aufträge zur Modernisierung des Gesundheitswesens an Accenture und Computer Sciences. Beide Verträge laufen bis 2013.Jedes Krankenhaus und alle Arztpraxen im Land sollen künftig elektronisch miteinander verbunden werden. Schottland und Wales besitzen eigene Systeme und beteiligen sich nicht.

Die Bedingungen des 934 Millionen britischen Pfund (etwa 1,3 Milliarden Euro) schweren Kontraktes mit Accenture sehen vor, dass das Unternehmen das gesamte Gesundheitssystem in Ostengland computerisiert. Das Gebiet umfasst 9,5 Millionen Einwohner, 125 Krankenhäuser, 1500 Arztpraxen und 200.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Der jüngste Vertrag Accentures folgt einem weiteren Milliarden-Deal mit der britischen Regierung, bei dem das Unternehmen den Auftrag erhielt, Stellen des Gesundheitswesens in Nordostengland elektronisch miteinander zu verbinden, so dass Arzttermine online gebucht und Rezepte elektronisch an die Apotheken geschickt werden können. Computer Sciences Vertrag gilt für den Nordwesten Englands und die West Midlands und ist mit 973 Millionen britischen Pfund (etwa 1,4 Milliarden Euro) dotiert.

Zu den Gewinnern bei der Auftragsvergabe zählen neben Accenture und Computer Sciences auch Großbritanniens früherer Telefonmonopolist BT Group und Sun Microsystems. Die BT Group hat in einem zehnjährigen Vertrag für 620 Millionen Pfund (etwa 880 Millionen Euro) den Auftrag erhalten, eine nationale Patientendatenbank zu erstellen und zu betreuen. Sun liefert hierfür sämtliche Hard- und Software, die für die Umsetzung von der BT Group benötigt wird.

Die Auftragsvergabe für die Modernisierung des britischen Gesundheitssystems im Süden Englands findet im Januar statt. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten gehören EDS mit seinem Partner Cap Gemini, Fujitsu und SchlumbergerSema. IBM scheiterte dagegen bei allen bisherigen Auftragsvergaben.

Englands National Health Service (NHS) plant, im nächsten Jahrzehnt für eines der größten IT-Projekte insgesamt 10 Milliarden britische Pfund (14,2 Milliarden Euro) ausgeben. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, sollen 30.000 Arztpraxen und 270 Krankenhäuser miteinander elektronisch verbunden sein. Weiterhin soll jeder der 50 Millionen Einwohner eine elektronische Krankenakte erhalten, die innerhalb des Landes von allen medizinischen Stellen abgerufen werden kann. Spätestens Ende 2005, hofft der NHS, ist das System voll einsatzfähig. (boi)

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