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Telepolis

Britische Regierungswebseite wegen des Verlustes eines USB-Sticks geschlossen

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Datenverluste gab es bei den britischen Behörden in letzter Zeit oft, besonders gefährdet sind Daten, die auf mobilen Datenträgern gespeichert wurden. Jetzt ist es wieder passiert: Ein Angestellter der Firma Atos Origin, die die Regierungswebseite Gateway betreibt, hat einen USB-Stick mit Benutzernamen und Passwörtern von Bürgern verloren. Über Gateway können Bürger und Geschäftsleute nach der Registrierung, bei der sie Namen, Adresse, Sozialversicherungsnummer und Bankverbindungen angeben müssen, zahlreiche Dokumente und Anträge online einreichen, beispielsweise die Steuererklärung, aber auch Auskünfte erhalten. Wiedergefunden wurde der Stick auf dem Parkplatz eines Pubs in der Nähe der Firma.

Neben den persönlichen Daten sollen auf dem Stick noch Sicherheitssoftware und Quellcode abgespeichert gewesen sein. Nach Experten könnten Hacker, die in Besitz des USB-Sticks gelangt sind, damit auf Benutzerkonten, Datenbanken und Zahlungssysteme zugreifen. Betroffen könnten möglicherweise bis zu 12 Millionen Bürger sein, so die Times. Sicherheitshalber war die Webseite gestern vom Ministerium vorübergehend gesperrt worden, um Sicherheitslücken zu überprüfen. Eine Sprecherin versicherte, dass man den Vorfall sehr ernst nehme. Da die Sicherheit aber nicht verletzt worden sei, ist die Webseite wieder online zugänglich. Der Angestellte hatte gegen Vorschriften verstoßen, wie Atos Origin mitteilt, weil die Daten nicht aus dem Firmengelände mitgenommen werden dürfen.

Zur gleichen Zeit wurde ausgerechnet auch ein Verstoß des Arbeitsministers James Purnell bekannt, der in einem Zug vertrauliche Dokumente aus der "Red Box" liegen gelassen hat, wie der Sunday Mirror berichtet. Der Minister hat offenbar zuvor den Aktenordner offen an seinem Platz liegen gelassen und ist im Zug herumgewandert, während er mit seinem Handy telefonierte. Als er ausstieg, hat er nicht alle Dokumente mitgenommen. Ein Mitreisender ließ dem Ministerium die Dokumente wieder zukommen.

Selbst Regierungschef Gordon Brown, der sich gerade im Nahen Osten aufhält, schaltete sich ein und erklärte, dass ein solcher Verlust "völlig unakzeptabel" sei. Die Firma müsse zur Verantwortung gezogen werden. (fr)

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