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Britische Videospiele-Branche protestiert gegen Gesundheitskampagne

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Ein kleiner, versunkener Junge mit einem Videospiel-Controller in der Hand, dazu die Überschrift "Risk an early death, just do nothing" – dieses Print-Anzeigenmotiv einer Kampagne des britischen Gesundheitsministeriums stößt auf Proteste in der Videospiele-Branche. Laut einem Bericht des Fachmagazins MCV sucht nach dem Start der Kampagne in der vergangenen Woche nun ihr Verband Entertainment and Leisure Software Publishers Association (ELSPA) "dringend" das Gespräch mit dem Ministerium. Demnach zeigte sich der Verband überrascht über die Kampagne, da sie nicht den Ergebnissen der Gespräche entspreche, die er zuvor mit dem Gesundheitsministerium geführt habe.

Die Überschrift der Anzeige, die laut dem Bericht hauptsächlich in Frauenmagazinen geschaltet wird, lässt sich deuten zum einen im Sinne eines "frühzeitigen Todes", wie ihn Videogamer häufig an ihrer Konsole virtuell erleiden, aber auch als Tod infolge Bewegungsmangels. Für mehr Bewegung und bessere Ernährung der britischen Kinder will die Kampagne Change4Life des Gesundheitsministeriums sorgen. Die Anzeigenkampagne wird unterstützt von der British Heart Foundation, Diabetes UK und Cancer Research. Ein zweites Motiv der Kampagne zeigt ein Kind, das einen Kuchen isst.

Das britische Gesundheitsministerium hatte im Dezember die Ergebnisse einer Reihenuntersuchung von einer Million Kindern gemeldet. Demnach zeigte sich ein Viertel der Kinder im Alter von 4 und 5 Jahren übergewichtig bis adipös, unter den 10- und 11-Jährigen wiegt sogar ein Drittel zu viel. Allerdings konstatiert die Regierung auch Fortschritte in der Gesundheitsaufklärung. Im Jahr 2007 habe es 65.000 weniger adipöse und 105.000 weniger übergewichtige Kinder gegeben als es der Fall gewesen wäre, wenn der Trend der vergangenen zehn Jahre weiter angehalten hätte. Diesem ursprünglichen Trend nach wären im Jahr 2050 90 Prozent der britischen Kinder übergewichtig. Im Februar hat die britische Regierung im Rahmen von Change4Life 11 Millionen Fragebögen für Eltern ausgegeben, in dem sie zu dem Befinden ihrer Kinder befragt werden. (anw)