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Britischer Datenschützer: Viele Datenschutzverletzungen durch Firmen

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Der britische Datenschutzbeauftragte Richard Thomas hat in einem Interview mit der BBC bemängelt, dass viele Firmen in Großbritannien die Datenschutzrichtlinien verletzen. Rund 24.000 Ermittlungen und Anzeigen wegen solcher Verstöße habe es 2006 und 2007 gegeben, führt Thomas an, der sich bereits kritisch zu Überwachungsmaßnahmen in Großbritannien äußerte. In 56 Prozent der Fälle ließen sich durch Beratung lösen. 35 Prozent aber seien deutliche Gesetzesbrüche, von denen wiederum mehr als 77 Prozent zur Aufdeckung und Abschaffung von Sicherheitslücken beitrugen.

Mit 13 Prozent werden laut Thomas die meisten Datenschutzverstöße durch Internet-Firmen, die detaillierte Informationen über viele Personen besitzen, verursacht. Viele Vorfälle passierten auch bei Banken, Marketingorganisationen und Telekommunikationsunternehmen. Explizit nennt Thomas das britische Telekommunikationsunternehmen Orange und zwei der größten britischen Banken: die Barclays Bank Ltd. und National Westminster Bank Ltd.

Die unsachgemäße Entsorgung von wichtigen Dokumenten einiger führender englischen Banken soll dazu beitragen haben, dass interne Informationen zugänglich wurden. Thomas nannte als Beispiel auch, dass Angestellte des Unternehmens Orange Unbefugten den Zutritt zu Benutzerkonten ermöglichten. In solchen Fällen besagt das englische Gesetz, dass ein absichtlicher Missbrauch von persönlichen Daten mit Freiheitsstrafen geahndet werden kann. (jdo)