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Britischer Geheimdienst GCHQ steckt offenbar hinter Cyber-Angriff auf Belgacom

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NSA-Skandal

Die NSA, der britische GCHQ und andere westliche Geheimdienste greifen in großem Umfang internationale Kommunikation ab, spionieren Unternehmen sowie staatliche Stellen aus und verpflichten Dienstleister im Geheimen zur Kooperation. Einzelheiten dazu hat Edward Snowden enthüllt.

Der britische Geheimdienst GCHQ steckt offenbar hinter dem großangelegten Spähangriff auf Belgiens staatliche Telecomgesellschaft Belgacom. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Dokumente des NSA-Whistleblowers Edward Snowden. Daraus gehe hervor, dass das Government Communications Headquarters unter dem Tarnnamen "Operation Socialist" eine bessere Ausspähung von Belgacom anstrebte und die Infrastruktur des Unternehmens abzubilden versuchte. Der Zugang besteht demnach mindestens seit 2010 und die Operation werde intern als Erfolg gewertet.

Das Magazin berichtet, dass der Angriff über mehrere Angestellte Belgacoms lief, denen eine Spähsoftware untergejubelt worden war. Dazu habe man diese unbemerkt zu präparierten Internetseiten umgeleitet, wo die Software installiert wurde. Dass der US-Geheimdienst NSA gegen Unternehmen so vorgeht, hatte bereits der brasilianische Fernsehsender Globo berichtet. Ist ein Zugriff eingerichtet, arbeite sich der Geheimdienst dann weiter in das interne Netzwerk vor. Im Fall von Belgacom ging es demnach darum, an die zentralen Core-Router des Unternehmens zu gelangen, die internationalen Traffic abwickeln. Die Kontrolle darüber sollte dann ihrerseit für Man-In-The-Middle-Angriffe auf Smartphone-Nutzer missbraucht werden.

Eine Folie erläutert die Man-In-The-Middle-Angriffe.

(Bild: Globo)

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Belgacom Klage gegen Unbekannt eingereicht hat, nachdem es bereits im Juli eine Beschwerde übermittelt hatte. Die Staatsanwaltschaft vermutete bereits, dass es sich dabei um staatliche Spionage handelt, zuerst richtete sich der Verdacht aber gegen den US-Geheimdienst NSA. Die Regierung hatte daraufhin erklärt, sollten sich die Vorwürfe bestätigen, handele es sich um Cyber-Spionage, die man entschieden verurteile. Belgiens Datenschutz-Kommission hat eine eigene Untersuchung des Geschehens eingeleitet. (mho)

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