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Britischer Industrieverband warnt vor Brexit ohne Abkommen

Der britische Industrieverband CBI warnt vor den wirtschaftlichen Folgen eines ungeregelten Brexits.

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Brexit

(Bild: dpa, Maurizio Gambarini)

Der größte britische Industrieverband CBI hat am Freitag eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen eines ungeregelten Brexits gewarnt: Tausende Jobs seien in Gefahr, und das Bruttoinlandsprodukt könnte um bis zu acht Prozent sinken, warnte CBI-Generaldirektorin Carolyn Fairbairn.

Sie rief die Abgeordneten des Unterhauses in London dazu auf, am Dienstag für das ausgehandelte Abkommen zum EU-Austritt zu stimmen. "Die Sicherheit und der Wohlstand" Großbritanniens müssten bewahrt werden, sagte Fairbairn. Auf viele Unternehmen kämen im Falle eines "No Deal" deutliche zusätzliche Kosten zu, notwendige Zollkontrollen in den Häfen könnten zu erheblichen Störungen führen.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Deal im Parlament eine Mehrheit bekommt. Großbritannien will bereits am 29. März die Europäische Union verlassen. Bei einem Austritt ohne Abkommen drohen chaotische Verhältnisse in fast allen Lebensbereichen.

Auch die Auto-Industrie ist betroffen und trifft Vorkehrungen. Jaguar Land Rover gehört zu den Unternehmen, die besonders eindringlich auf die Folgen des Brexits hingewiesen haben. Der Fahrzeughersteller hatte am Donnerstag mitgeteilt, 4500 Mitarbeiter seiner insgesamt 40.000 Mitarbeiter zu entlassen – um ein langfristig nachhaltiges Wachstum garantieren zu können. Auch der britische Auto-Hersteller Rolls-Royce zieht Konsequenzen und zieht seine jährliche Produktionspause vor, um sich für einen chaotischen Brexit zu wappnen.

Der CBI setzt auf einen geregelten Brexit. Der Unternehmerverband stellt sich demonstrativ hinter die angeschlagene Premierministerin Theresa May. In dem Fall würde eine Übergangsphase bis mindestens Ende 2020 gelten. In dieser Zeit soll sich für die Wirtschaft und die Bürger beider Seiten praktisch nichts ändern. (jula)