Britisches Verkehrsministerium testet RFID-Nummernschilder

Zunächst sollen die "E-Plates" an britischen Polizeifahrzeugen ausprobiert werden. Ein texanischer Politiker will mit Hilfe von RFID unzureichend versicherte Fahrzeuge aufspüren.

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Nach Medienberichten testet das britische Verkehrsministerium (Department for Transport, DFT) jetzt Kraftfahrzeug-Kennzeichen, die mit RFID-Tags versehen sind. Dieses Vorhaben wurde bereits in der Vergangenheit angekündigt, etwa schon 2002 als Projekt der Driver and Vehicle Licensing Agency (DVLA, siehe dieser Artikel im Motoring Telegraph) und 2004 von der Firma Hills Numberplates, die ihre E-Plates mit aktiven RFID-Tags für größere Reichweiten der Firma Identec Solutions ausstattet -- eine Produktbeschreibung mit Abbildungen der Lesegeräte ist als PDF-Datei zugänglich.

Eine offizielle Pressemeldung des britischen DFT scheint es nicht zu geben, doch das US-Online-Magazin Wired berichtet über den Start des Projekts. Die Fachpublikation RFID News zitiert einen Sprecher des DFT, wonach der Versuch zeigen solle, ob RFID-bestückte Nummernschilder schwerer zu duplizieren oder zu fälschen seien als herkömmliche Autokennzeichen. Laut RFID News sollen die E-Plates zunächst an einigen Polizeifahrzeugen ausprobiert werden.

Der c't-Aprilscherz aus dem Jahre 2004 rückt also immer näher an die Realität, wobei schon im vergangenen Jahr das US-Verkehrsministerium die Arbeit an einem Pilotsystem aufgenommen hat und auch die Vereinigten Arabischen Emirate an einem drahtlosen Verkehrsüberwachungssystem tüfteln. Larry Phillips, republikanischer Abgeordneter im US-Bundesstaat Texas, hat im April einen Gesetzentwurf eingereicht, wonach sämtliche Fahrzeuge mit RFID-Tags ausgestattet werden sollen, um unzureichend versicherte Autos leichter aus dem Verkehr ziehen zu können.

RFID-Fahrzeugidentifikationssysteme gibt es bereits zur drahtlosen Mauterhebung auf gebührenpflichtigen Autobahnabschnitten in mehreren Ländern, etwa im US-Bundesstaat Georgia (Cruise Card), in Frankreich (Télépéage) oder in Singapur (Stadt-Maut per Electonic Road Pricing/ERP).

In Singapur und in den USA hat die Ölfirma Mobil bereits Ende der 90er-Jahre das Speedpass-System zur kontaktlosen Bezahlung an Tankstellen eingeführt, das mit RFID-Transpondern von Texas Instruments arbeitet. In Singapur kann man auch für die Nutzung von öffentlichen Bahnen und Bussen mit drahtlosen Ez-link-Karten bezahlen, die dort offenbar auch andere Geschäfte als Zahlungsmittel akzeptieren.

Siehe zum Thema auch: (ciw)