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Broadcom will Brocade übernehmen und aufspalten

Der Chiphersteller will sich mit der Speichernetzwerksparte von Brocade verstärken und den Rest des Netzwerksausrüsters weiterverkaufen. Erst einmal lässt sich Broadcom das knapp 6 Milliarden US-Dollar kosten.

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(Bild: dpa, Jens Wolf/Archiv)

Chiphersteller Broadcom will den Netzwerkausrüster Brocade übernehmen. Anteilseigner von Brocade sollen knapp 50 Prozent über dem aktuellen Kurs für ihre Aktien erhalten, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Die zu übernehmenden Schulden eingerechnet wird die Übernahme auf rund 5,9 Milliarden US-Dollar (5,3 Milliarden Euro) taxiert. Broadcom will das Bargeschäft aus eigenen Mitteln und mit neuen Schulden stemmen.

"Mit dieser strategischen Übernahme verbessern wir Broadcoms Stellung als einer der führenden Anbieter von Speichernetzwerklösungen für OEM-Kunden", erklärte Broadcom-CEO Hock Tan. Interessiert ist Broadcom nur an der Speichernetzwerksparte von Brocade. Das Geschäft mit IP-Netzinfrastruktur und Software soll nach der Übernahme weiterverkauft werden, hieß es weiter.

Hintergrund ist, dass Broadcom seinen wichtigsten Kunden keine Konkurrenz machen will. In der IP-Netzwerksparte gebe es "einige Überschneidungen" mit den Angeboten einiger großer Broadcom-Kunden, erklärt Brocade-CEO Lloyd Carney die Abspaltung. Dennoch hält er das Übernahmeangebot für ein gutes: "Wir wollten das Unternehmen eigentlich nicht verkaufen", schreibt Carney. Das Broadcom-Angebot sei aber verlockend und er sei überzeugt, dass der Verkauf "im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre" sei.

Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben der Übernahme zugestimmt, heißt es weiter. Die Transaktion soll in der zweiten Hälfte des gerade begonnenen Geschäftsjahres über die Bühne gegangen sein. Mit einem Abschluss ist vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der Brocade-Aktionäre also bis Ende Oktober 2017 zu rechnen. Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet Broadcom damit, dass das Speichernetzwerkgeschäft von Brocade rund 900 Millionen US-Dollar zum Vorsteuergewinn beiträgt.

US-Chipdesigner Broadcom, der auf Funkchips für WLAN, Bluetooth und NFC sowie Prozessoren für Modems oder Settop-Boxen spezialisiert ist, war im Frühjahr 2015 von Avago Technologies übernommen worden. Das Gesamtunternehmen firmiert seither als Broadcom Limited. (vbr)

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