Browser Waterfox gehört nun kalifornischem Unternehmen

Den auf Firefox basierenden Browser Waterfox hat ein kalifornisches Unternehmen gekauft. Dort soll er weiterentwickelt werden.

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(Bild: Screenshot_Waterfox)

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Das kalifornische Unternehmen System1 hat den auf Firefox basierenden Browser Waterfox gekauft. Im vergangenen Jahr hatte die Werbeagentur bereits über ihr Tochterunternehmen Privacy One Group die auf den Datenschutz ausgelegte Suchmaschine Startpage übernommen, bei der Suchanfragen zwar an Google weitergeleitet, aber auf diesem Weg anonymisiert werden. Auch Waterfox hat den Anspruch, die Privatsphäre der Nutzer – zumindest ein bisschen – besser zu schützen als es Mozilla tut.

Der Entwickler von Waterfox, Alex Kontos, hat den Verkauf in einem Blogbeitrag bekannt gegeben und schreibt: "Waterfox hat nun ein Team für die Finanzierung und die Weiterentwicklung, so dass Waterfox endlich wachsen kann!" Bisher hat Kontos den Browser quasi im Alleingang aufgebaut – beginnend 2011 mit 16 Jahren. Im Unterschied zum Firefox verzichtet Waterfox auf den Web-Dienst Pocket und den umstrittenen Encrypted-Media-Extensions-Standard, erhebt keine Telemetriedaten und lässt unsignierte Erweiterungen zu. Zudem werden XUL- und XPCOM-Erweiterungen unterstützt, die Mozilla inzwischen verbannt hat.

Waterfox ist nicht direkt auf Datenschutz spezialisiert – Kontos selbst empfiehlt dafür das Tor-Netz. Der Browser soll aber die Balance schaffen aus: "okay, bis hier her reicht die Privatsphäre, es ist aber nicht so viel, dass das Internet nicht mehr funktioniert." Damit wendet er sich auch gegen Nutzer, die in Foren jetzt das Ende des Browsers durch den Verkauf befürchten.

Mit System1 hat Kontos bereits zuvor zusammengearbeitet, es gab eine Kooperation für die Suchmaschine. Zum Einsatz kommt Microsofts Bing. Kontos erarbeitet mit seinem neuen Team in der Agentur bereits eine Corporate Identity. Wie bei Firefox soll der Update-Zyklus vier Wochen betragen. Der Deal ist schon im Dezember abgeschlossen worden, bekannt gegeben hat Kontos ihn erst jetzt. Laut eigener Aussage, weil vorher nicht die Zeit dafür war und sich für die Nutzer nichts geändert hat. Waterfox steht für Windows, MacOS und Linux zur Verfügung.

[UPDATE 21.02.2020 09.00 Uhr] System1 ist keine britische sondern eine kalifornische Agentur. (emw)