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Bruce Springsteen verliert Streit um Namens-Domain

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Der Rocksänger Bruce Springsteen hat vor dem Schiedsgericht der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) einen Domain-Streit um den Domain-Namen www.brucespringsteen.com verloren. Die Domain wurde im November 1996 von einem Kanadier angemeldet und enthält Fanclub-Inhalte.

Das Schiedsgericht äußerte in seiner Entscheidung, der Website-Betreiber habe die Rechte des Klägers nicht verletzt, da der Name Bruce Springsteen nicht als Marke eingetragen sei und seit 1998 auch eine offizielle Bruce-Springsteen-Seite unter www.brucespringsteen.net zur Promotion genutzt werde. Zudem habe der Kläger nicht nachweisen können, dass die Website "in böser Absicht" registriert worden sei, zumal auf ihr keinerlei kommerzielle Aktivität, also insbesondere kein Handel mit Waren oder Dienstleistungen, stattfinde. So seien dem Beklagten "gewisse Rechte oder ein legitimes Interesse" an der Nutzung des Domain-Namens zuzuerkennen. Der Kläger habe auch keinen Nachweis dafür führen können, daß der kanadische Website-Eigner jemals versucht hätte, den Domain-Namen zu verkaufen, also im Sinne des Domain-Grabbing tätig geworden zu sein.

Die Schlappe für "den Boss" in diesem Verfahren stellt übrigens eher eine Ausnahme-Entscheidung dar, denn in den 1300 seit 1999 vom WIPO abgeschlossenen Verfahren wurde in rund 80 Prozent der Fälle zugunsten der prominenten Kläger entschieden (so etwa die Domain-Streits um die Namen von Julia Roberts, Nicole Kidman, Madonna oder auch um Domain-Varianten des "virtuellen Prominenten" Harry Potter). (klp)