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Buchkatalog "Open Library" erlaubt erste Einblicke

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"In einer Zeit, in der Bibliotheksbestände und Internet-Datenbanken aus Profitstreben betrieben werden, ist es umso wichtiger, offen zu sein." Das schreibt Aaron Swartz, Leiter des Projekts "Open Library" auf dessen Website. Es will die Internetnutzer anregen, nach dem Muster der Wikipedia selbst einen Bücherkatalog zusammenzustellen und zu pflegen. Nun ist eine erste Demoversion der offenen Bibliothek im Internet einsehbar. Sie wurde jetzt online gestellt, um einen größeren Kreis an Interessierten anzusprechen. Außerdem wurde der Quellcode des Projekts und auch die Mailing-Liste geöffnet. Für die Open Library ist nämlich nicht nur wichtig, dass alle Internetnutzer Zugang zum Katalog haben, sondern auch an ihm mitarbeiten können.

Ziel des Projekts ist es, Kataloge aller Bibliotheken und Verlage zu erfassen und zusätzlich jene Beiträge, die von Nutzern beigesteuert werden. Von der Open Library aus soll auf Fundstellen verwiesen werden, an denen ein Buch gekauft, geliehen oder heruntergeladen werden kann. Außerdem soll sie Rezensionen und Verweise zu Werken versammeln. Da die Open Library einem Buch-Scan-Projekt angeschlossen ist, sind bereits einige Copyright-freie Werke abrufbar. Geplant ist auch eine Print-on-demand-Funktion.

Anfang des Jahres hat sich eine Gruppe des Internet Archive in San Francisco, an dem bereits ein Buch-Scan-Projekt läuft, dazu beraten und sich entschlossen, zur Tat zu schreiten. Für das Projekt wurden bereits einige Vorarbeiten erledigt, schreibt Swartz weiter. Zunächst habe sie sich eine Kopie des Katalogs der US-amerikanischen Kongressbibliothek beschafft, Verlage um Übergabe ihrer Daten angefragt und eine dynamische Datenbankstruktur geschaffen, um Millionen Datensätze aufnehmen zu können. Dafür wiederum wurde ein spezielles Wiki mitsamt Suchmaschine eingerichtet, in die Nutzer Metadaten eingeben und nach ihnen recherchieren können. (anw)