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Buchungssystem für Olympia-Tickets bricht zusammen

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Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele 2008 in Peking (BOCOG) hat den geplanten Verkauf von 1,85 Millionen für den einheimischen Markt bestimmten Eintrittskarten kurzfristig stoppen müssen. Nur eine halbe Stunde nach dem Verkaufsstart am gestrigen Dienstag sei das Online-Buchungssystem aufgrund des enormen Ansturms kollabiert, teilte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua heute mit.

Grund für den Ansturm war offenbar das "First-Come-First-Serve"-Prinzip: Innerhalb kürzester Zeit wurden rund acht Millionen Zugriffe auf die offizielle Ticket-Website registriert, 200.000 Bestellungen pro Sekunde gingen ein, dann brach das System zusammen. Lediglich 45.000 Tickets für die insgesamt 302 Wettbewerbe in 28 Sportarten konnten laut Xinhua verkauft werden.

Für die mit der Buchungsinfrastruktur betraute Firma Ticketmaster, eigenen Angaben zufolge weltweit führend im Bereich Ticketverkauf, ist es der zweite GAU innerhalb weniger Wochen. Erst Anfang des Monats musste das zum Ticketmaster-Konzern gehörende Hamburger Kartenhaus einräumen, dass Unbekannte Kreditkartennummern und Rechnungsanschriften von 66.000 Kunden gestohlen hatten.

Warum Ticketmaster nicht ausreichend auf die seit Monaten bekannte große Nachfrage nach Olympia-Tickets in China vorbereitet war, ist bislang nicht bekannt. Eine Sprecherin sagte lediglich, man werde gemeinsam mit dem Organisationskomitee jetzt eine tragfähige Lösung erarbeiten. Das BOCOG will am 5. November neue Informationen zum Ticketverkauf bekannt geben.

Insgesamt werden rund sieben Millionen Tickets für die Olympischen Sommerspiele 2008 in den Verkauf gebracht, davon 75 Prozent für den chinesischen Markt. 1,6 Millionen Eintrittskarten wurden bereits in Form einer Lotterie in China verteilt. In Deutschland tritt das Reisebüro Dertour als exklusive Generalagentur für den Vorverkauf von Eintrittskarten in Erscheinung. Insgesamt sollen dort 22.000 Tickets für die Olympischen Spiele verfügbar sein. (pmz)