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Bücher aus dem Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek sind online

Google hat alle historischen Bücher aus dem Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek eingescannt. Nun können die rund 200.000 Bände, gemeinsam mit 220.000 weiteren historischen Büchern, online gelesen und heruntergeladen werden.

Lutherbibel-Deckblatt auf Flachbildschirm

Titelblatt einer Luther-Bibel

(Bild: ÖNB)

Alle Bücher aus dem Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) stehen nun online zur Verfügung. Der unbezahlbare Schatz von rund 200.000 Bänden kann auch, einzeln, kostenlos heruntergeladen werden. Das hat die ÖNB mitgeteilt. Seit 2010 erfasst sie im Rahmen des Projekts "Austrian Books Online" (ABO) in Kooperation mit Google ihren gesamten historischen Buchbestand von rund 600.000 Bänden.

Illustration aus dem "Saltzburgischen Koch-Buch" aus dem Jahr 1718

(Bild: ÖNB)

Etwa 420.000 davon sind bereits erfasst, der Rest wird voraussichtlich bis Ende 2018 im Kasten sein. Sie können über den Online-Katalog QuickSearch der ÖNB, über Google Books und über die europäische digitale Bibliothek Europeana abgerufen werden. Die Bücher sind im Zeitraum von 1501 bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen.

Ein Stöbern durch den Prunksaal-Bestand ist nur bei exemplarisch ausgewählten Werken möglich. "Innerhalb des ABO-Bestands ist in QuickSearch keine Suche nach speziellen Aufbewahrungsorten möglich, da Bibliotheksbenützer in der Regel nach Autor, Titel, Schlagwort, Erscheinungsjahr und ähnlichen Kriterien suchen, und nicht danach, wo das Buch [...] aufgestellt ist", erklärte ÖNB-Sprecher Thomas Zauner gegenüber heise online, "Zusätzlich kann bei Ergebnislisten beispielsweise nach Themen, Personen, Sprache oder Zeitraum gefiltert werden."

Gescannt werden die Werke im bayrischen Scanzentrum von Google Books. Davor müssen sie von ÖNB-Experten restauriert werden, was die Sammlung auch für zukünftige Generationen sichern soll. Die Restaurierer haben zwischen den Seiten bislang etwa 2.000 kleine Objekte entdeckt. Gefunden wurden etwa Visitenkarten von Adeligen und Fiakern, Briefe, Fahrscheine, Fotografien, Zeichnungen, und Entlehnscheine diverser Bibliotheken.

Die Qualität der Texterkennung bei alten Schriften ist noch eine Herausforderung. "Google hat aber gerade in diesem Bereich in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, sodass die Texterkennungsrate auch bei historischen Schriften heute schon sehr gut ist", sagte Zauner. Die ÖNB ersetze von Zeit zu Zeit ältere Digitalisate durch neue Versionen mit verbesserten OCR-Ergebnissen.

Wissenschaftler hoffen, durch die erstmals in den alten Texten mögliche Volltextsuche neue Erkenntnisse zu gewinnen. Nach eigenen Angaben zählt die ÖNB zu den fünf wichtigsten Sammlungen weltweit – nicht zuletzt dank ihrer Geschichte als Hofbibliothek des Habsburgerreiches.

(ds)

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