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Bürger können erste De-Mail-Postfächer vorregistrieren

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Die zum Konzern United Internet gehörenden E-Mail-Provider GMX und Web.de haben mit der Vorab-Registrierung von De-Mail-Adressen begonnen. Da die Adressen nach dem Schema Vorname.Nachname@providerxy.de-mail.de gebildet und bei Namensgleichheit derselben Provider-Kunden Nummern an den Nachnamen gehängt werden, erwarten die Provider eine große Nachfrage, auch wenn De-Mail selbst noch nicht bundesweit starten kann. Dazu muss das Bürgerportal-Gesetz in Kraft treten, was bis zum Jahresende der Fall sein soll.

De-Mail soll als rechtsverbindlicher Service die Online-Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden verbessern. Den Dienst dürfen nur zertifizierte Unternehmen anbieten, die durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüft wurden. Sie müssen definierte Verschlüsselungs- und Speicherstandards einhalten und sind verpflichtet, die eindeutige Identifizierung der Inhaber von De-Mail-Konten nachzuweisen. Zur Vorregistrierung eines De-Mail-Accounts gehört daher, dass die interessierten Bürger mit einem Formular und dem Personalausweis oder Pass zu einer Behörde gehen. Diese muss die Identität bestätigen und das Formular zum De-Mail-Anbieter schicken.

Die Gebühr für eine einfache De-Mail dürfte bei 15 Cent liegen. Höhere Gebühren sind möglich, wenn es sich um kompliziertere Behördenvorgänge handelt. Dies betrifft beispielsweise Behördenbescheide und Zahlungsaufforderungen, gegen die ein Bürger Einspruch erhebt, der nach derzeitigem Recht auf dem Papierweg erfolgen muss.

Passend zum Start der Vorab-Registrierung haben GMX und Web.de einen Hybrid-Maildienst in Betrieb genommen, mit dem E-Mails an Empfänger ohne E-Mail-Konto geschickt werden können. Ihnen wird die ausgedruckte, kuvertierte Mail postalisch zugestellt. Eine einzelne, schwarzweiß einseitig gedruckte Mail im DIN-A4-Format soll bei GMX und Web.de 54 Cent kosten. Für mehrseitige Mails, Farbdruck oder ein Einschreiben mit/ohne Rückschein gelten die Preisbedingungen der postalischen Subunternehmer. GMX arbeitet hier mit Edipost zusammen, Web.de mit Francotyp-Postalia.

De-Mail wurde sechs Monate lang in einem Pilotprojekt in Friedrichshafen erfolgreich getestet. Zuletzt hatte Bundesinnenminister Thomas de Maiziére in seiner netzpolitischen Grundsatzrede De-Mail als Möglichkeit gelobt, mit der Bundesbürger auch abseits von Ballungszentren einen schnellen Zugang zu den Behörden haben. (Detlef Borchers) / (hob)

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