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Bürgerinitiative befürchtet Umweltschäden durch Rückbau des AKW Unterweser

Das niedersächsische Umweltministerium hätte den Rückbau des AKW Unterweser wegen kontaminierten Bauschutts nicht genehmigen dürfen, meint die Bürgerinitiative Arbeitskreis Wesermarsch.

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Bürgerinitiative befürchtet Umweltschäden durch Rückbau des AKW Unterweser

AKW Unterweser

(Bild: PreussenElektra)

Die Rückbaugenehmigung für das stillgelegte Atomkraftwerk Unterweser nahe Bremerhaven ist nach Auffassung von Umweltschützern fehlerhaft. Das niedersächsische Umweltministerium hätte die Genehmigung wegen kontaminierten Bauschutts nicht erteilen dürfen, argumentierte die Bürgerinitiative Arbeitskreis Wesermarsch am Freitag in Hagen. "Das Ministerium hat seine Kontrollpflicht sträflichst vernachlässigt."

Streitpunkt ist der künftig anfallende, leicht kontaminierte Bauschutt. Im Fachjargon wird der Abfall als "freigemessen" bezeichnet, da er den Grenzwert von 10 Mikrosievert Strahlung unterschreitet und deshalb nicht mehr überwacht werden muss. Anwohner fürchten aber um ihre Gesundheit. Der Arbeitskreis legte diese Woche eine 138 Seite dicke Begründung vor, nachdem er im März gegen die Rückbaugenehmigung geklagt hatte.

Das AKW Unterweser war nach der Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 endgültig abgeschaltet worden. Im Februar 2018 genehmigte das niedersächsische Umweltministerium den Rückbau, im Frühjahr begann der Betreiber Preussen-Elektra damit. Unter anderem wurden bereits Brennelemente entfernt. Zudem gab das Unternehmen ein Gutachten in Auftrag, das prüfen soll, ob der strahlungsarme Abfall auf der nahe gelegenen Hausmülldeponie im niedersächsischen Brake eingelagert werden darf. (anw)