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Bürgerrechtler demonstrieren gegen RFID

Bürgerrechtler vom Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs zogen heute zum großen Stand des Handelskonzerns Metro.

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Von
  • Torsten Kleinz

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Die RFID-Technik ist auf der CeBIT gut präsentiert – für Datenschützer Grund genug, ebenfalls Flagge zu zeigen. Mit einem von Luftballons getragenen Banner mit der Aufschrift "Stop RFID" wollte heute eine Abordnung des Bürgerrechtsverein FoeBuD (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs) auf die Datenschutzprobleme mit der neuen Technik aufmerksam machen.

Das Grüppchen der RFID-Gegener verlor sich etwas auf dem 2800 Quadratmeter großen Messestand, den Metro für sich und seine Partner zur Promotion der Funkchips gebucht hatte. Das Standpersonal sah die Aktion gelassen und ließ die Gruppe gewähren. Immerhin konnte sich die RFID-Industrie vorher schon über prominente Unterstützung freuen: Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich bei ihrem Messerundgang an der Technik sehr interessiert.

Foebud-Frontfrau Rena Tangens sieht die Aktion als Erfolg: "Wir haben hier gezeigt, dass man durch Lobbyismus die kritische Öffentlichkeit nicht zum Schweigen bekommt." Die Bürgerrechtler fühlen sich von der RFID-Industrie nicht ernst genommen und kritisieren deren Imagekampagnen für eine Technik, die aus ihrer Sicht für den Kunden keine Vorteile bringe, aber die Erstellung von Kundenprofilen ermögliche.

Die Arbeit des 75 Mitglieder starken Vereins bekommt ein finanzielles Fundament. Wie die Stiftung Bridge mitteilt, erhalten die Bielefelder in den nächsten drei Jahren eine Basisförderung von insgesamt 40.000 Euro. Mit der Förderung soll der Verein ein effektives Fundraising zur Finanzierung seiner Arbeit aufbauen können. Im Jahr 2003 hatte der Verein schon einmal 15.000 Euro von der Stiftung für die Entwicklung eines Warnsensors für RFID-Etiketten bekommen. (Torsten Kleinz) / (anw)