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Bürgerrechtler ziehen Klage gegen Viacom zurück

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Die Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation (EFF) haben ihre vor einem Monat gegen den Medienriesen Viacom eingereichte Klage zurückgezogen. Die EFF war zusammen mit dem Stanford Law School's Fair Use Project (FUP) im Namen der Filmemacher von MoveOn.org Civic Action und Brave New Films vor Gericht gezogen. Sie wollten das in der US-Verfassung verankerte Recht auf Meinungsfreiheit durchsetzen, nachdem die Videoplattform YouTube auf Beschwerde von Viacom einen Film der Kläger aus dem Angebot genommen hatte. Dabei handelte es sich um eine Persiflage der Viacom-Produktion The Colbert Report. Viacom habe nun einen Fehler eingeräumt, teilt die EFF mit und Bemühungen versprochen, um künftig weitere derartige Fehler zu vermeiden.

Das von MoveOn und Brave New Films produzierte Video Stop the Falsiness war nach Angaben der EFF im August 2006 auf YouTube hochgeladen worden. Die Videoplattform erhielt im Februar dieses Jahres von Viacom die Aufforderung, unerlaubt hochgeladene Produktionen von Viacom-Sendern wie MTV, Nickelodeon und Comedy Central zu entfernen. Offenbar war auch das besagte Video darunter, das Ausschnitte der persiflierten Sendung enthält.

"Wenn Copyright-Inhaber hunderttausende Takedown Notices verschicken, sind sie auch verantwortlich für die Wahrung des Rechts auf freie Meinungsäußerung derjenigen, die ihre Projekte auf Plattformen wie YouTube präsentieren", meint EFF-Anwalt Fred von Lohmann. Viacom habe zugesagt, künftig jedes potenziell Urheberrechte verletzende Video zu sichten, die Video-Inspizienten zu schulen und habe versichert, dass es nicht auf "kreative Abwandlungen" von Viacom-Material abgesehen habe. Außerdem wolle Viacom eine Website und eine "E-Mail-Hotline" einrichten für alle, die meinen, ihr Material sei irrtümlicherweise aus YouTube entfernt worden. (anw)