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Bürgerrechtsinitiative verlangt Einblick in Hacking-Methoden von US-Behörden

Welche Hacking-Methoden US-Behörden einsetzen, ist kaum bekannt. Bürgerrechtler der ACLU wollen dies nun auf dem Rechtsweg erfahren.

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Analog zur zunehmenden Vernetzung von Alltagsgegenständen steigt auch die Zahl der potenziellen Angriffsziele für Hacker.

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) hat gemeinsam mit der britischen Organisation Privacy International sieben US-Behörden verklagt, um Einblick in deren Hacking-Methoden zu erhalten. Die Klage richtet sich unter anderem gegen das FBI, die Einwanderungs- und Zollbehörden sowie das Heimatschutzministerium.

Wie die ACLU angibt, können Behördenmitarbeiter vertrauliche und sensible Daten erlangen, indem sie Laptops, Telefone oder andere Geräte im Rahmen von Ermittlungen hacken. Die Behörden könnten beispielweise Kameras und Mikrofone anzapfen, Tasteneingaben aufzeichnen oder andere Funktionen kapern, oftmals ohne dass die Nutzer irgendetwas davon mitbekämen. So gelang etwa ein Schlag gegen die Kinderporno-Seite Playpen, indem FBI-Mitarbeiter Malware duch eine Sicherheitslücke verteilten.

Die Bürgerrechtler befürchten, dass die Methoden nicht nur bei Terrorverdacht und Kinderpronografie, sondern auch bei herkömmlichen Verbrechen zum Tragen kommen könnten. Außerdem könnten im Zuge der Ermittlungen auch Unschuldige fälschlicherweise überwacht werden. Laut ACLU sei es besorgniserregend, wie wenig man über die Hacking-Aktivität wisse.

Die Organisation verlangt von den Behörden nun offenzulegen, welche Tools und Methoden sie benutzen, wie oft diese zum Tragen kommen, welche rechtlichen Grundlagen es dafür gibt und wie sie intern gesteuert werden. Ohne diese Informationen könne die Öffentlichkeit nicht einschätzen, ob und wann die Regierung sich der Hacking-Methoden bedienen sollte und ob diese Methoden die Sicherheit und Freiheit aller Internetnutzer beeinflusst. (hze)