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Buglas zum Breitbandausbau: Aufschwung bei Glasfaser

Rund 1,25 Millionen gebuchte Glasfaser-Anschlüsse zählt der Bundesverband Glasfaser. Vom Burgfrieden mit der Telekom ist allerdings nicht mehr viel übrig.

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Buglas: Aufschwung bei Glasfaser

Glasfaser-Anschlussleitung zum Haushalt.

(Bild: heise online)

Mit seiner aktuellen Mitgliederumfrage räumt der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) mit der Befürchtung auf, dass mangelnde Nachfrage den Ausbau mit echten Glasfaser-Anschlüssen ausbremst. Nach aktuellen Zahlen des Verband haben inzwischen bundesweit mehr als 1,25 Millionen Gebäude und Haushalte einen aktiven Glasfaseranschluss, davon 903.000 von den 107 Mitgliedsunternehmen des Verbandes.

Besonders positiv sieht der Verband die Akzeptanzrate, also den Anteil der tatsächlich gebuchten Anschlüsse. Wie der Verband auf seinem Jahreskongress in Niederkassel bekanntgab, werden mittlerweile mehr als die Hälfte der ausgebauten Gebäude tatsächlich per Glasfaser versorgt. Gemeinhin wird eine Quote von mindestens 40 Prozent für den wirtschaftlichen Betrieb der Breitbandnetze vorausgesetzt.

Insbesondere die zur Verfügung gestellten Geschwindigkeiten sind laut Buglas für diesen Aufschwung verantwortlich: „Unsere Mitgliedsunternehmen bieten mit ihren Top-Produkten im Privatkundenbereich Download-Bandbreiten zwischen 200 MBit/s und einem Gigabit pro Sekunde und im Upload Bandbreiten zwischen 50 und 500 MBit/s an“, erläutert Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer. Geringere Geschwindigkeiten würden von den Mitgliedern gar nicht mehr angeboten.

Zusätzlicher Schub kommt durch die Einführung der G.fast-Technologie, die es der Wohnungswirtschaft ermöglicht, über die Kupfer-Hausverkabelung die hohen Bandbreiten in die einzelnen Wohnungen zu verteilen. G.fast eignet sich für große Gebäude, bei denen es aufwändig wäre, Glasfasern bis in die Wohnungen zu verlegen, oder in denen die Bewohner keine Installationsarbeiten in ihrer Wohnung zulassen wollten.

Mit den Kupferleitungen vor den Häusern gehen die Buglas-Mitglieder aber hart ins Gericht: So sei die von der Deutschen Telekom verlegte VDSL-Technologie unterlegen und stoße beim Kunden auf nur wenig Interesse. "Wo wir mit moderner FTTH-Technik ausgebaut haben, merkt die Telekom, dass sie mit Vectoring nicht weiterkommt", erklärte Buglas-Präsident Theo Weirich, Chef des Regionalproviders Wilhelm.tel. Gleichzeitig habe der ehemalige Staatskonzern aber in den meisten Fällen seine schnellen Anschlüsse dort verlegt, wo bereits Konkurrenten breitbandige Anschlüsse anbieten, klagen die Buglas-Mitglieder.

Die im vergangenen Jahr in Aussicht gestellten Kooperationen mit dem alten Erzfeind Deutsche Telekom treten unterdessen noch auf der Stelle. Damals war Telekom-Chef Tim Höttges nach Niederkassel gekommen und warb für eine Koalition der Willigen unter den Providern, die Millionen Haushalte mit Glasfaser-Anschlüssen versorgen sollte.

"Es gibt Gespräche und wir planen ein erstes Pilotprojekt", erklärte Hermann Rodler vom Münchner Regionalprovider M-Net. Er und seine Kollegen zeigten sich aber nicht optimistisch angesichts der langsamen Fortschritte – noch hake es an mehreren Stellen. So gebe es mit der von der Telekom verwendeten Technik Probleme. Die Zusammenschaltung der Netze sei deshalb teuer. Zudem müssten auch noch kartellrechtlich geklärt werden, inwieweit Preisabsprachen möglich seien. Mit ersten Tests sei daher erst in einem halben Jahr zu rechnen.

Die im Verband organisierten Unternehmen gehen davon aus, dass die nächste Mobilfunkgeneration 5G zu Nachfrage und Auslastung der Glasfaser-Netze beiträgt. Darüber hinaus denken 40 Prozent der Mitgliedsunternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, darüber nach, regionale 5G-Lizenzen zu beantragen. Ob sie dazu die Gelegenheit bekommen, ist allerdings noch fraglich. So will die Bundesnetzagentur erst kurz vor der Versteigerung der nationalen Frequenzen bekanntgeben, ob unter welchen Bedingungen die Regionalprovider und kommunalen Unternehmen eigene 5G-Netze aufbauen können.

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Ein großes Problem beim Glasfaser-Ausbau bleibt der Tiefausbau. So müsse man mittlerweile in Städten mit einem Planungshorizont bis zu neun Monaten rechnen, bevor Leitungen verlegt werden könnten. Auch fehlt es an den notwendigen Facharbeitern. Deutlich mehr als die Hälfte der Buglas-Mitglieder würde bei einem entsprechenden Angebot auf dem Arbeitsmarkt weitere Mitarbeiter einstellen. Bemühungen zur Ausbildung und zur Anwerbung benötigter Kräfte sollen deshalb verstärkt werden. (vbr)

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