Menü

Bund: 165 Millionen Euro für abhörsichere Quantenkommunikation

Die Bundesregierung will die Quanten-Forschung massiv voranbringen. Vor allem für eine abhörsichere Kommunikation sollen die Erkenntnisse dienen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 51 Beiträge

(Bild: insspirito)

Von

Das Forschungsministerium will die Entwicklung von Quantentechnik für eine künftige sichere Datenkommunikation in Deutschland und Europa voranbringen. In einem ersten Schritt soll die Technologie erforscht und auf einer Pilotstrecke zwischen zwei Behörden erprobt werden. Für das Projekt "QuNET" sollen dafür 165 Millionen Euro über sieben Jahre hinweg bereit gestellt werden, kündigte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag in Berlin an. Die Fraunhofer Gesellschaft will dabei zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Basis für ein erstes Netz zur Quantenkommunikation entwickeln.

Vertrauenswürdige Kommunikation sei die Grundlage für eine freie Gesellschaft, sagte Karliczek. Die Quantentechnologie biete eine einzigartige Chance, sensible Informationen abhörsicher zu übertragen, besser als alle bisherigen Verfahren. Jeder Abhörversuch könne unmittelbar bemerkt werden. Die Initiative soll dafür nun die physikalischen Grundlagen entwickeln, auf der ein hochsicheres Netz für die Bundesregierung entstehen solle. Die internationale Konkurrenz sei groß, sagte Karliczek. "Wir müssen die Forschung dazu deshalb schnell voranbringen."

China etwa hatte schon vor mehr als zwei Jahren einen Versuch zur quantenbasierten Satellitenkommunikation erfolgreich durchgeführt. Deutschland und Europa müssten deshalb eigene Kompetenzen ausbauen, um nicht von anderen Ländern abhängig zu werden, sagte Karliczek. "QuNET" solle ein erster Schritt hin zu einer gesamteuropäischen Architektur werden.

Bereits vor 30 Jahren habe es die erste Idee gegeben, Quantentechnologie zur Nutzung sicherer Kommunikation zu nutzen, erläuterte Gerd Leuchs vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts. "Die spezielle Eigenschaft der Quantenmessung, immer nur einen Teil, aber nie die gesamte vorliegende Information preiszugeben, bietet den Spielraum für interessante Anwendungen vom perfekten Zufallszahlengenerator bis hin zur Enttarnung von unerlaubten Mithörern. Beides ist wichtig für die sichere Kommunikation", erläuterte Leuchs. Bisher ist es nach Angaben von Fraunhofer nur möglich, von einem zu einem anderen Punkt zu kommunizieren und dies auch nur auf Distanzen bis zu 100 Kilometern. In Bayern, Sachsen und Thüringen soll deshalb eine Infrastruktur als Teststrecke entstehen. (mho)