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Bund gibt Fördermittel für Selbstdatenschutz frei

Mit etwas Verzögerung hat das Forschungsministerium Mittel für fünf Forschungsprojekte zum Selbstdatenschutz freigegeben, am denen das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein beteiligt ist.

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Bund gibt Fördermittel für Selbstdatenschutz frei

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Das Bundesforschungsministerium hat Fördermittel für fünf Selbstdatenschutz-Projekte des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) freigegeben, die somit jetzt an den Start gehen können. Unter Selbstdatenschutz versteht man technische Möglichkeiten für Nutzer, um ihren Datenschutz selbst in die Hand nehmen zu können.

Der Bund fördert nun fünf Vorhaben im Rahmen des Forschungsprogramms für IT-Sicherheit „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“, an denen das ULD mitwirkt. Dazu gehören das Projekt „AN.ON-Next – Anonymität Online der nächsten Generation“ der Universität Regensburg, das Datenschutzmechanismen in die Internet-Infrastruktur einbauen will. Die Konzepte sollen mit ausgewählten Pilotprojekten erprobt werden. Das von Fraunhofer SIT geleitete Projekt „SeDaFa – Selbstdatenschutz im vernetzten Fahrzeug“ will einen datenschutzwahrenden Zugriff auf Fahrzeugdaten mit selbstbestimmter Kontrolle ermöglichen.

Überdies wird das Projekt „AppPETs – Datenschutzfreundliche mobile Anwendungen ohne Kompromisse“ gefördert, das an der Universität Hamburg Infrastrukturen für Entwickler von datenschutzfreundlichen Smartphone-Apps entwickelt. Das Projekt „PARADISE – Privacy-enhancing And Reliable Anti-Doping Integrated Service Environment“ zielt auf mehr Datenschutz bei Doping-Kontrollen. Das Vorhaben „VVV – Vertrauenswürdige Verteilung von Verschlüsselungsschlüsseln“ will ein Verfahren entwickeln, bei dem Betreiber des „Domain Namen Systems“ (DNS) eine sichere und nutzerfreundliche Verteilung kryptografischer Schlüssel für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails übernehmen.

ULD-Leiterin Marit Hansen forscht seit Ende der 1990er Jahren an der Entwicklung von Selbstdatenschutztechniken. Die Freigabe der Fördermittel hatte sich für das ULD bisher verzögert, da gegen Hansen seit Dezember ein Verfahren wegen mutmaßlicher Falschabrechnung von Projektfördermitteln anhängig ist. Im Verfahren gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse. (vbr)

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