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Bund sucht Betreiber für Lkw-Maut-System ab 2018

Die Lkw-Maut ist eine zuverlässige Milliardenquelle - und soll noch stärker sprudeln. Doch welcher Anbieter übernimmt die technische Umsetzung in den kommenden Jahren? Das Rennen wird bald eröffnet.

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Maut-Kontrollbrücke auf der Autobahn

(Bild: Toll Collect)

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Der Bund sucht einen Betreiber für das Lkw-Maut-System auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen für die Zeit ab 2018. Das Verfahren einer europaweiten Ausschreibung soll im Oktober beginnen, wie das Bundesverkehrsministerium in in einer Vorinformation mitteilte. Interessenten sollen demnach den bisherigen Betreiber Toll Collect kaufen und so ab 1. September 2018 selbst als Betreiber tätig werden.

Der laufende Vertrag mit Toll Collect endet am 31. August 2018. Die Lkw-Maut bringt jährlich rund 4,5 Milliarden Euro in die Bundeskasse. Zum 1. Juli 2018 soll sie auf das komplette, 39.000 Kilometer lange Netz der Bundesstraßen ausgedehnt werden.

Die Lkw-Maut wurde in Deutschland zum 1. Januar 2005 eingeführt, zunächst für Lastwagen ab 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Seit dem 1. Oktober 2015 gilt die Mautpflicht auch für Lkw zwischen 7,5 und 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Zurzeit wird die Lkw-Maut auf rund 13.000 Kilometern Bundesautobahnen und rund 2300 Kilometern autobahnähnlichen Bundesstraßen erhoben. Die Ausdehnung auf alle Bundesstraßen soll rund zwei Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr einbringen.

Der Zuschlag soll voraussichtlich im ersten Quartal 2018 erteilt werden, wie es in der Vorinformation heißt. Dabei soll der neue Betreiber die Toll-Collect-Anteile nicht direkt von den bisherigen Eigentümern kaufen, sondern vom Bund, der sie dafür kurzzeitig formal übernimmt. Diese Option sieht der bestehende Vertrag vor – ebenso wie Vorgaben zur Ermittlung des Kaufpreises, den der Bund zahlen muss. Toll Collect ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Telekom, Daimler und der französischen Cofiroute.

Unabhängig von der Ausschreibung für den Betrieb hat der Bund Toll Collect bereits mit den technischen Vorbereitungen für die Ausdehnung der Maut auf alle Bundesstraßen beauftragt. Dies bedeutet auch, dass Spediteure weiterhin nur einen einzigen Bordcomputer zum Mautzahlen im Lkw haben müssen. (jk)