Bund testet Katastrophenschutz-App

In Nordrhein-Westfalen wird vom Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz eine neue Anwendung für iOS und Android getestet, mit der die Bevölkerung im Katastrophenfall besser gewarnt werden soll als mit Sirenen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 135 Beiträge

Wie MoWaS arbeiten soll.

(Bild: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)

Von

Eine Katastrophenschutz-App soll künftig Bürger in ganz Deutschland per Smartphone vor Gefahren warnen. Getestet wird die satellitengestützte Technik nun in Nordrhein-Westfalen. Der Startschuss für die bundesweit einzigen Pilot-Versuche fiel am Donnerstag bei den Feuerwehrleitstellen in Düsseldorf und Gütersloh. Dort soll die App zwei Wochen lang mit rund 200 Testpersonen erprobt werden, bevor das System allen Bundesbürgern zur Verfügung gestellt werden kann.

Die vom Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz (BBK) bereitgestellte App soll per Eilmeldung auf iOS- und Android-Geräte vor Hochwasser, Großbränden, giftigen Rauchwolken, Bombenentschärfungen oder anderen Gefahren warnen. Die ersten Testwarnungen seien reibungslos verschickt worden, hieß es vom Sprecher der Feuerwehrleitstelle Düsseldorf, Heinz Engels. Mit der App sei es sogar möglich, eine Sirene als Alarmierungston zu wählen.

Bislang lagen die Sendestellen für zentrale Warnungen nur bei den Innenministerien von Bund und Ländern sowie dem BBK. Abgesetzt wurden sie an Rundfunkanstalten, Internet-Anbieter, Presseagenturen und Pager-Dienste. Künftig sollen die Bürger ohne den Umweg über die Medien direkt über Gefahren in ihrer Nähe informiert werden. NRW will nach erfolgreichen Tests alle Leitstellen mit dem modularen Warnsystem namens MoWaS ausstatten.

Anders als bei Sirenen erfahre der Bürger über sein Smartphone direkt den Anlass für den Alarm und erhalte Verhaltensregeln, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums gegenüber der dpa. Die Feuerwehr sieht das neue Warnsystem als einen weiteren Baustein der Gefahrenabwehr. "Es geht darum, möglichst viele Menschen auf unterschiedlichsten Wegen zu erreichen", sagte Engels.

Die Handy-App ist ab iOS 6 beziehungsweise Android 2.3 verfügbar. Wenn die Anwender eine Ortung durch die App zulassen, erhalten sie die Warnungen nur auf den jeweiligen Standort bezogen. Die App soll mit auch mit Datenvom Deutschen Wetterdienst bei Unwetter- und Waldbrandgefahr sowie vom Bundesamt für Seeschifffahrt zur Hochwasserwarnung mit Informationen gespeist werden. (mit Material von dpa) / (bsc)