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Bund und Länder wollen "Digitalstrategie" zur Bildung bis Jahresende

Deutsche Schüler nutzen digitale Medien noch zu oft zum "Daddeln" statt zum Lernen – das haben internationale Studien gezeigt. Eine neue "Digitalstrategie" für die Bildungspolitik soll das ändern.

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Computer in Schule

(Bild: dpa, Marc Tirl/Symbolbild)

Angesichts massiver Klagen aus der Wirtschaft über mangelnde Computerkompetenzen vieler Schüler und Lehrlinge wollen Bund und Länder ihre Aktivitäten für digitale Bildung verstärken. Bis Jahresende soll es eine umfassende "Digitalstrategie" geben, um Kindern und Jugendlichen mehr Kenntnisse in diesem Zukunftsbereich zu vermitteln. Den Lehrern soll damit bei der Vermittlung der sich schnell verändernden Unterrichtsinhalte geholfen werden.

"Gute Initiativen für digitale Bildung gibt es bereits viele, doch das Gesamtbild ist bislang noch von Insellösungen gekennzeichnet", erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) am Freitag aus Anlass einer Konferenz mit der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin. Ihr sei wichtig, "dass wir bei der Digitalisierung die Chancen in den Vordergrund stellen, ohne die Risiken auszublenden". Es sei wichtig, dass Schüler digitale Medien "verstehen, hinterfragen und richtig anwenden" könnten, sagte Wanka. Ein Schwerpunkt der Arbeit des Bundes liege bei der Beruflichen Bildung.

Tablets raus, Klassenarbeit

KMK-Präsidentin Claudia Bogedan (SPD) betonte: "Ein reflektierter und konstruktiver Umgang mit digitalen Medien ist für Kinder und Jugendliche heutzutage genauso bedeutsam wie Rechnen, Lesen und Schreiben." Die Nutzung digitaler Medien könne zur Verbesserung der Unterrichtsqualität beitragen. "Entscheidend ist dabei nicht, wie häufig oder wie lange die digitalen Technologien genutzt werden, sondern dass sie mit der bestehenden Didaktik klug verknüpft werden."

An deutschen Schulen sollte es aus Sicht von Experten Pflichtzeiten für digitale Bildung und Informatik im Unterricht geben. Das aus gut 30 Wissenschaftseinrichtungen, Stiftungen und Verbänden bestehende Nationale MINT-Forum hatte die dafür zuständigen Bundesländer, Schulen und Lehrer vorige Woche zu einem "Kulturwandel" aufgefordert. Dabei seien auch Reformen in der Lehrerausbildung nötig. Denn nach wie vor scheuten sich viele Pädagogen, digitale Medien im Unterricht einzusetzen, weil sie den sinnvollen Umgang damit nie gelernt hätten.

Cybermobbing und Suchtpotenziale

Nicht zuletzt umfasse die digitale Transformation des Bildungssystems auch Rahmenbedingungen wie Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit oder der angemessenen technischen Ausstattung der Schulen. So sollten junge Menschen befähigt werden, mit im Netz drohenden Gefahren wie Cybermobbing oder Suchtpotenzialen umzugehen. (axk)

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