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Bundesagentur für Cybersicherheit: Standortsuche läuft

Die Cyberagentur des Bundes soll in der Region Leipzig-Halle angesiedelt werden. Wo genau, darüber scheiden sich die Geister.

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Kampf gegen Cyberkriminalität

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Einen Monat nach der Meldung, dass die neue Agentur für Cybersicherheit des Bundes in die Region Leipzig-Halle kommt, ist der genaue Sitz immer noch offen. Der Ball liege bei Sachsen und Sachsen-Anhalt, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Donnerstag. Die beiden Länder sollten sich gemeinsam auf einen konkreten Standort verständigen. Auf dieser Basis werde der Bund seine Entscheidung treffen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) machte zuletzt keinen Hehl daraus, welchen Ort er favorisiert: Aus seiner Sicht ist der beste Standort der Flughafen Leipzig-Halle, sagte er Anfang der Woche bei einem Termin in Böhlen.

Der Airport bietet Platz, ist gut an Straße und Bahnnetz angebunden und liegt an der Grenze beider Bundesländer – allerdings auf sächsischer Seite. Der Flughafen bekam auch den Auftrag, ein Ansiedlungskonzept zu erarbeiten, wie Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe der Mitteldeutschen Zeitung sagte. Das sei aber noch keine Entscheidung für den Standort, betonte er.

Nach Angaben der Zeitung mache sich der parteilose Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, für seine Stadt als Standort stark. Er sieht den Flughafen Leipzig-Halle als ungeeignet an, weil der ebenfalls ein "anschlaggefährdetes Ziel" sei. Nach Ansicht Wiegands sei es nicht ratsam, zwei anschlagsgefährdete Ziele an einem Ort zu bündeln. Stattdessen sieht er seine Stadt im Vorteil. Dort gebe es genügend ausgewiesene Gewerbeflächen im Umfeld diverser IT-Firmen. Rückhalt hätte er dafür vom Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Reiner Haselhoff (CDU), erhalten, sagt Wiegand.

Den Städten Schkeuditz in Sachsen und Halle in Sachsen-Anhalt geht es vor allem um Geld, das eine solche Ansiedlung einbringen würde. Neben allgemeinen Steuereinnahmen versprechen auch die rund 100 für die Cyberagentur des Bundes eingeplanten Angestellten regelmäßige Einkünfte für die jeweilige Region.

Nach Angaben der Leiterin des Aufbaustabs für die neue Bundesagentur, Myriam Boeck, soll im April Klarheit herrschen. Sie sei mit Sicherheitsexperten noch dabei, sich unterschiedliche Standorte anzusehen, sagte sie dem MDR. Der Flughafen sei nicht ausgeschlossen, allerdings sei er von ihrem Team noch nicht auf sicherheitsrelevante Aspekte hin untersucht worden.

Die Bundesagentur für Cybersicherheit soll in den nächsten fünf Jahren mit 200 Millionen Euro und 100 Mitarbeitern ausgestattet werden. Ihre Aufgabe ist es, Forschung und Entwicklung für mehr Internetsicherheit voranzubringen. (mit Material der dpa) / (olb)