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Bundesbankchef Weidmann: Facebooks Libra-Währung kann für Bürger attraktiv sein

Facebooks geplantes Geld Libra zog breite Kritik nach sich. Bundesbank-Chef Weidmann sieht aber keinen Grund für "Alarmismus".

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte im Juni die Einführung der eigenen Internet-Währung Libra angekündigt.

(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht unter bestimmten Bedingungen größeres Potenzial für Digitalwährungen wie Facebooks Libra. "Wenn sie halten, was sie versprechen, könnten sie für Endverbraucher durchaus attraktiv sein", sagte er nach dem Treffen der G7-Finanzminister und Notenbanker am Donnerstag in Chantilly bei Paris.

Zugleich aber müsse man sich über die Risiken solcher Kryptowährungen im Klaren sein. Es gebe ein Kreditrisiko, wenn der Anbieter beim Rücktausch nicht zahlungsfähig sei, sowie ein Wechselkursrisiko, wenn das Geld nicht ausschließlich an die Heimatwährung des Nutzers gekoppelt sei. Die Zentralbanken prüften derzeit auch, ob Risiken für die Finanzstabilität entstünden.

Es gebe keinen Grund für Alarmismus – aber für Wachsamkeit, sagte Weidmann. Facebook lasse viele Detailfragen offen, beispielsweise, wie Geldwäsche verhindert werden könne. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) betonte, ohne eine Antwort auf diese und andere Fragen dürfe Libra nicht in die Welt gesetzt werden.

Auch der Kontakt zu den Behörden müsse noch enger sein, wenn ein Unternehmen auf Genehmigung einer solchen Kryptowährung hoffe, erklärte eine Arbeitsgruppe der G7-Zentralbanken und des Weltwährungsfonds (IWF) am Donnerstag auf der Tagung der Finanzminister der großen Industriestaaten in Chantilly bei Paris. Digitales Geld habe zwar das Potenzial, Überweisungen schneller und günstiger zu machen. Doch es gebe auch eine Reihe ernster Risiken, etwa was Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Datensicherheit und Steuern angehe.

Die Experten sehen zugleich die Notwendigkeit, den Zahlungsverkehr weltweit zu modernisieren. Grenzüberschreitende Zahlungen müssten schneller und billiger werden und mehr Länder eingebunden werden. Kryptowährungen wie Facebooks Libra müssten dafür aber die höchsten globalen regulatorischen Standards einhalten und genau beaufsichtig werden. Außerdem brauchten die Unternehmen eine solide Rechtsgrundlage. (axk)