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Bundesdatenschützer kritisiert Genehmigung des Google-Doubleclick-Deals

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Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat die Genehmigung der EU-Kommission für die Übernahme des Online-Werbevermarkters Doubleclick durch Google kritisiert. Die beiden Unternehmen könnten damit in Zukunft das Surfverhalten von Millionen von Internetnutzern beobachten, sagte Schaar gegenüber Zeit Online.

"Anstelle zweier sehr mächtiger Datenbanken entsteht eine. Das Nutzerprofil wird immer detaillierter. Und das alles ist in der Hand eines einzigen Unternehmens. Für einen Datenschützer ist das eine beunruhigende Konzentration", meinte Schaar. Der oberste Datenschützer der Republik sieht auch entscheidende Unterschiede etwa zu Kundenkarten, bei denen viele Anwender freiwillig Daten von sich preisgeben: "Auf Kundenkarten kann ich verzichten. Anders im vorliegenden Fall. Ob Doubleclick mein Surfverhalten protokolliert, bekomme ich gar nicht mit. Und Google [...] kann ich nur noch mit einigem Aufwand vermeiden."

Die Daten von Nutzern, die häufig im Internet surfen, seien zudem deutlich aussagekräftiger als diejenigen, die mit Kundenkarten erhoben würden, meint Schaar: "Daten von Google und Doubleclick zusammen können viel mehr Facetten einer Persönlichkeit abbilden. Auch der Standort des Computers ist nachvollziehbar, und wenn ich mobil ins Internet gehe, wird sogar ein rudimentäres Bewegungsmuster erkennbar."

Am gestrigen Dienstag hatte die EU-Kommission die Genehmigung für die Übernahme von Doubleclick durch Google erteilt. Seit November 2007 hatten die europäischen Wettbewerbshüter die Auswirkungen des Geschäfts untersucht; zunächst war eine vertiefte Prüfung der Übernahme wegen anfänglicher Wettbewerbsbedenken eingleitet worden. Google ist einer der größten Anbieter von Online-Werbeplatz vor allem über sein AdSense-Programm, Doubleclick ist ein führender Anbieter auf dem Markt für Bannerwerbung. Das Vorhaben rief bereits heftige Kritik von Datenschützern und Wettbewerbern hervor. Europäische Verbraucherschützer hatten in Brüssel gegen den Doubleclick-Deal interveniert. (jk)