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Bundesdruckerei präsentiert eIDAS-konforme Siegel und Webseitenzertifikate

Mit dem elektronischen Siegel der Bundesdruckerei können Dokumente und Bescheide digital gestempelt werden.

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Schloss

So flippig kann Deutschland sein: Buntbehoste Sportlerinnen turnen am Stand der Bundesdruckerei inmitten der Men and Women in Black, die die Produkte erklären.

(Bild: heise online / Detlef Borchers)

D-Trust, die Trustcenter-Tochter der Bundesdruckerei, hat auf der CeBIT (Halle 7, Stand E17) ihr Produkt für elektronische Siegel entsprechend der eIDAS-Verordnung vorgestellt. Die "Siegelkarte D-Trust" ist teurer als die herkömmliche Karte für die qualifizierte elektronische Signatur, gestattet aber mehreren Personen, Firmenstempel oder Behördensiegel so auf einem elektronischen Dokument anzubringen, dass sie europaweit gültig sind.

Anders als die qualifizierte elektronische Signatur, die immer an eine natürliche Person (Identität) gebunden sein muss, bürgt das elektronische Siegel für die Authenzität einer Organisation. Dieses eIDAS-konforme Siegel wurde von der Bundesdruckerei-Tochter D-Trust vorgestellt. Technisch besteht das Siegel aus der Siegelkarte, die den geheimen Schlüssel und das Organisationszertifikat enthält, sowie den üblichen Komfort-Kartenlesegeräten, die für die qualifizierte Signatur eingesetzt werden.

Außerdem ist die Bundesdruckerei erster Anbieter des eIDAS-konformen Web-Zertifikates, das künftig in öffentlichen Ausschreibungen und im Online-Banking die Vertrauenswürdigkeit einer Webseite anzeigen soll.

Die Bundesdruckerei hat einen der merkwürdigsten CeBIT-Stände. Eine mächtige weiße Empore rankt sich um eine schwarze vollintegrierte Ausweisdruckmaschine, buntbehoste Sportlerinnen vollführen Dehnübungen und Sprünge inmitten der Men and Women in Black, die die Produkte erklären. So flippig kann Deutschland sein.

Am ersten Messetag besuchte BSI-Präsident Arne Schönbohm den Stand und übergab der Bundesdruckerei die Urkunde "001", die sie berechtigt, nach Prüfung der Antragsteller das eIDAS-Zertifikat zu vergeben. Das blaue Schloss mit Häkchen und den 12 Europasternen soll künftig signalisieren, dass es sich um eine vertrauenswürdige Website handelt und gilt als europäische Antwort auf die größtenteils US-amerikanischen Anbieter von TLS-Zertifikaten.

Die wichtigste Anwendung dürfte die neue europäische Payment Service Directive 2 (PSD2) sein. Die Zahlungsrichtlinie verpflichtet Fintechs und Banken zur Führung dieses Webseitenzertifikates. Außerdem muss die kontoführende Stelle in der Kommunikation von Verträgen, Kontoführungsänderungen unter anderem die Dokumente mit einem elektronischen Siegel versehen. Die mit mit diesem versehenen elektronischen Kontoauszüge erfüllen die steuerrechtliche Anforderung an ihre Unveränderbarkeit. (anw)