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Bundesdruckerei stattet Venezuela mit ePass-Druckerei aus

Inmitten einer Welle von Verstaatlichungen unter seinem Präsidenten Hugo Chavez hat sich Venezuela dafür entschieden, neue Reisepässe im Land zu drucken und die dafür nötige Technik für den biometrischen Pass aber zu importieren. So liefert die Bundesdruckerei die entsprechenden Passkarten und das notwendige Personalisierungssystem von Maurer Electronics. Nach Angaben der Bundesdruckerei will Venezuela jährlich 2,5 Millionen ePässe ausstellen, in denen die modernen Passkarten eingenäht werden. Über das Volumen des Auftrages machte das in die Krise geratene Privatunternehmen keine Angaben. Zum Auftrag sollen neben der Hardware auch die Personalisierungssoftware sowie Schulung und Support der Mitarbeiter gehören. Biometrische Lesegeräte für die Grenzkontrollbehörden sind offenbar nicht im Auftragsvolumen enthalten.

Der Auftrag an die Bundesdruckerei gilt als wichtiges Referenzprojekt und soll "ein Türöffner für weitere Projekte in Lateinamerika" sein, erklärte Ulrich Hamann, Geschäftsführer der Bundesdruckerei. Mit der Einführung des ePasses ist Venezuela nach Guyana das zweite lateinamerikanische Land, das Reisepässe nach der ICAO-Norm ausstellt. Der Auftrag findet darum Beachtung, weil Schwellenländer und die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) nach Ansicht von Experten auf externe Techniken bei der Ausgabe der ePässe angewiesen sind. So lässt Guyana seine ePässe komplett von der Canadian Bank Note Company produzieren.

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Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die für Ende 2006 vorgesehene Produktion des russischen ePasses nach massiven Anlaufschwierigkeiten gestoppt wurde. Möglicherweise könne es bis 2010 dauern, bis die in Russland entwickelte Technik einsetzbar ist, berichtete die russische Zeitung Kommersant.

Zum ePass und den Auseinandersetzungen um Ausweise mit digitalisierten biometrischen Merkmalen siehe den Online-Artikel in c't – Hintergrund (mit Linkliste zu den wichtigsten Artikeln aus der Berichterstattung auf heise online sowie in c't, Technology Review und Telepolis):

(Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (jk)

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