Bundesdruckerei und Samsung kooperieren bei "3D"-Ausweisen

Ziel der Kooperation ist die Entwicklung von fälschungssicheren Ausweispapieren, in denen ein Video des drehenden Kopfes das zweidimensionale Foto des Ausweisinhabers ersetzt.

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Von
  • Detlef Borchers

Die Bundesdruckerei und die koreanische Samsung Mobile Display kooperieren bei der Entwicklung von Ausweisen und Pässen, in denen Aktiv-Matrix-Displays mit organischen Leuchtdioden (AMOLED) in das Laminat eingebettet werden. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf ein Jahr begrenzt. Ziel der Kooperation ist die Entwicklung von fälschungssicheren Ausweispapieren, in denen ein Video des drehenden Kopfes das zweidimensionale Foto des Ausweisinhabers ersetzt. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde heute in Korea unterzeichnet.

Wie die Bundesdruckerei meldet, soll die Kooperation mit der neuen Konzerntochter Samsung Mobile Display (SMD) als Technologieführer bei der Herstellung von Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED) beiden Seiten Vorteile bringen. Die Bundesdruckerei will Erfahrungen im Einsatz von 700 Mikrometer dünnen AMOLEDs sammeln, während Samsung an den Laminiertechniken und der kontaktlosen Lese-Technik interessiert ist. Ziel ist die Entwicklung von robusten farbigen Ausweispapieren, die besonders fälschungssicher sein sollen.

Beim ePass der Zukunft ist der Pass oder ein Teil des biegsamen Passes mit AMOLEDs beschichtet. Hinter jedem Bildpunkt des Displays liegt eine Schaltung, die ihre Energie kontaktlos über das Auslesegerät zugeführt bekommt. Solchermaßen gestartet, kann das Display unterschiedliche Informationen anzeigen. Bei der Bundesdruckerei setzt man dabei auf Minivideos mit einer 3D-Darstellung, sogenannte "bewegte Passbilder". "Statt des 'starren' zweidimensionalen Fotos des Ausweisbesitzers kann künftig ein Video mit dem sich von rechts nach links drehenden Kopf des Passinhabers integriert werden. Durch die Dreidimensionalität kann beispielsweise der Grenzbeamte leichter erkennen, ob der vor ihm stehende Reisende tatsächlich der Besitzer des Passes ist. Dadurch werden für den Reisenden die Grenzprozesse schneller und komfortabler", heißt es bei der Bundesdruckerei zum Kooperationsabkommen.

Bei erfolgreicher Kooperation beider Partner wäre die Produktion von 3D-Pässen im großen Maßstab ab 2012 möglich. Die Fertigung solcher Dokumente könnte die derzeit aktuelle Ausweistechnik ablösen, bei der biometrische 2D-Fotos die Grundlage der Personenidentifikation bilden. Das computerunterstützte Auslesen von biometrischen Fotos ist noch fehlerbehaftet, weswegen sich Wissenschaftler seit einiger Zeit mit 3D-Techniken beschäftigen. Die Einbettung von Leuchtdioden in Ausweisdokumente wird obendrein im Innovationscluster Sichere Identität untersucht, in dem die Bundesdruckerei als Verbundpartner aktiv ist. (Detlef Borchers) / (jk)