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Bundesforschungsministerin fordert bessere Wissenschaftskommunikation

Wissenschaftliche Erkenntnisse beispielsweise zu Risiken von Dieselabgasen müssten besser kommuniziert werden, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

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Bundesforschungsministerin stellt sich gegen Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) tritt gegen verbreitete Skepsis gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen etwa zu Klimawandel oder Luftverschmutzung ein. "Wenn der Klimawandel angezweifelt wird, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse etwa zur Luftverschmutzung oder andere Forschungsstände angezweifelt werden, dann ist das auch für die Politik ein ernstes Thema", sagte Karliczek der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Politik beziehe sich schließlich auf den Stand der Wissenschaft. "Wir sollten faktenbasiert dagegenhalten und wissenschaftliche Erkenntnisprozesse und Methoden transparent machen", sagte sie.

Im Januar hatten rund hundert Lungenärzte mit Zweifeln am Nutzen von Grenzwerten für Feinstaub und Stickoxide für Aufsehen gesorgt. Erst später hatten Umweltmediziner auf die vielen und umfangreichen Studien zu schädlichen Folgen von Luftschadstoffen hingewiesen und es waren Rechenfehler in der Ärztestellungnahme bekannt geworden. Immer wieder wird auch der menschengemachte Klimawandel angezweifelt – etwa von AfD-Chef Alexander Gauland.

"Man kann nicht hundertprozentig verhindern, dass gesellschaftliche oder politische Debatten mit zweifelhaften Daten oder Behauptungen geführt werden", sagte Karliczek. Wichtig sei es aber, das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken. "Wir müssen Wissenschaftler bestärken, sich im öffentlichen Diskurs hörbar einzubringen", betonte die Ministerin. "Denn Politik und Gesellschaft brauchen die wissenschaftliche Expertise mehr denn je."

Karliczek kündigte an, sich dafür mit konkreten Schritten einzusetzen. "Derzeit prüfen wir mit verschiedenen Akteuren, wie wir den gesellschaftlichen Austausch zu Wissenschaftsthemen und das Vertrauen stärken können", sagte sie. "Wir möchten die Rahmenbedingungen für Kommunikation im Forschungsalltag verbessern, durch bessere Ausbildung und mehr Anreize und Anerkennung für kommunizierende Wissenschaftler."

Grundsätzlich sei es wichtig, dass die Gesellschaft "über den Stand der Wissenschaft informiert" bleibe. Zentral sei eine gute Wissenschaftskommunikation. "Positiv sind etwa Einrichtungen wie das Science Media Center, das wissenschaftliches Wissen für journalistische Recherchen aufbereitet und dadurch den evidenzbasierten öffentlichen Diskurs stärkt." Damit ist gemeint, dass die Öffentlichkeit auf Basis gesicherter wissenschaftlicher Fakten debattiert. Das Science Media Center in Köln stellt Journalisten wissenschaftliche Expertise zur Verfügung, etwa wenn Themen aktuell hochkochen. (olb)