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Bundesgesundheitsminister hat Qualität und Datensicherheit von Gesundheits-Apps im Visier

Ein Studie von Wissenschaftlern stellt die Qualität und die Datensicherheit von Gesundheits-Apps in Frage. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will darauf reagieren.

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(Bild: c't)

Nicht nur Datenschutzbeauftragte sorgen sich um die Datensicherheit von Gesundheits-Apps, auch die Bundesregierung hat sie sich vorgeknöpft. Derzeit gebe es keine "valide Orientierungshilfe" zur Vertrauenswürdigkeit von Apps, heißt es laut einem Bericht des Spiegel in der Studie im Auftrag des Gesundheitsministeriums, die die Medizinische Hochschule Hannover und das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik erstellt haben.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wolle die Unternehmen in die Pflicht nehmen. "Ich erwarte, dass die App-Hersteller ihrer Verantwortung nachkommen und Selbstverpflichtungen zu Qualität und Datenschutz eingehen", sagte der CDU-Politiker demmach. Er wolle App-Hersteller, Kassen, Ärzte, Datenschützer und IT-Experten zu einem Fachdialog einladen. Dabei sollen gemeinsam Standards entwickelt werden, an denen sich gute, vertrauenswürdige Apps messen lassen sollten.

Neben der Datensicherheit geht es dem Gesundheitsminister auch um die Qualität. Der Studie zufolge sind "qualitativ hochwertige Gesundheits-Apps, die valide Informationen bieten sowie ihre Zweckbestimmung verlässlich und sicher erfüllen", eher die Ausnahme als die Regel. Neue Anwendungen könnten die Nutzer "verwirren, fehlinformieren oder in falscher Sicherheit wiegen".

Das Problem möglicher mangelnder Sicherheit von Nutzerdaten in Gesundheits-Apps ist in christdemokratischen Kreisen nicht neu. Im September 2015 drängte die CDU/CSU-Fraktion des Bundestags die Regierung, verbindliche Sicherheitsvorgaben für die Apps einzuführen. (anw)