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Bundeshack: Hacker kaperten angeblich gezielt Dokumente im Außenministerium

Vieles rund um die Cyber-Attacke gegen das Datennetz des Bundes liegt noch im Nebel. Berichten zufolge hatten die Angreifer Unterlagen aus dem Auswärtigen Amt im Visier – und konnten auch mehrere abgreifen.

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Netzwerkkabel

Firewall war einmal: Die Sicherheitsindustrie setzt auf völlig neue Konzepte, um Hacker abzuwehren - wie etwa auf künstliche Intelligenz.

(Bild: dpa, Felix Kästle/Illustration)

Der Cyber-Angriff auf die Bundesregierung war Medienberichten zufolge eine gezielte Attacke auf das Referat für Russland und Osteuropa im Auswärtigen Amt. Das berichtet zumindest die Bild am Sonntag. Den Angreifern sei es gelungen, dort eine einstellige Zahl von Dokumenten zu kapern, berichtet das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Es handele sich um geringe Datenmengen.

Auch nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung handelte es sich um einen gezielten Angriff auf das Auswärtige Amt. Nach Informationen der Zeitung manipulierten die Angreifer bereits vor rund zwei Jahren eine Lernplattform auf der Internetseite der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung mit Spionagesoftware. Die Akademie mit Sitz in Brühl bietet Verwaltungsmitarbeitern des Bundes Fortbildungen an, die als Internet-Kurse gebucht werden können. Die elektronischen Unterlagen eines Fernkurses für Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes seien dabei gezielt mit Spionagesoftware manipuliert worden. Entdeckt wurde die Spionagesoftware demzufolge erst nach einem Hinweis befreundeter Nachrichtendienste.

Der Angriff auf das Datennetz des Bundes war Mitte der Woche publik geworden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll hinter der Attacke eine unter dem Namen "Snake" bekannte russische Hackergruppe stecken. Computerexperten sagen den Cyber-Spionen Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nach.

Innenpolitiker der großen Koalition werfen die Frage auf, ob sich die Regierung bei so einem Angriff hinreichend wehren kann. "Ich befürchte, die meisten Länder sind bei der Abwehr komplexer Cyberattacken überfordert", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Burkhard Lischka, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Wenn Daten abfließen, dürfen wir sie dann auf dem angreifenden Server löschen? Darf im Notfall sogar der fremde Server zerstört werden? Dafür brauchen wir eine klare gesetzliche Grundlage. Die SPD ist gesprächsbereit, um das Grundgesetz zu ändern." Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU), äußerte sich zurückhaltender: "Über eine Änderung des Grundgesetzes kann man reden, sie wäre aber erst der letzte Schritt." (dpa) / (mho)

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