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50 Millionen Euro weniger: Bundesregierung plant keine Spieleförderung mehr

In ihrem Haushalts-Entwurf für das Jahr 2020 plant die Bundesregierung keine Förderung von Videospielen. Der Branchenverband game vermisst Planungssicherheit.

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(Bild: dpa, Oliver Berg)

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Der am Mittwoch vorgestellte Entwurf des Bundeshaushalts für das Jahr 2020 enthält keine Mittel zur Förderung von Videospielen. Für 2019 hatte die Bundesregierung für Spielefirmen erstmals 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt. In der Branche hatte man gehofft, dass diese Zahlungen nun jährlich fortgeführt werden würden.

Damit ist die Förderung für Videospiele für 2020 zwar noch nicht endgültig vom Tisch: Über den Entwurf wird in den kommenden Monaten noch in Bundestags-Ausschüssen verhandelt. Dass die Gamesförderung aber im Entwurf fehlt, ist für deutsche Spielefirmen besorgniserregend.

Entsprechend kritisch reagiert der Branchenverband Game auf den Entwurf: "Die Bereitstellung der 50 Millionen Euro für die Games-Förderung war ein wichtiger Schritt im vergangenen Jahr. Doch damit die Games-Förderung, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, auch wirklich international konkurrenzfähig sein kann, ist die langfristige Unterstützung durch die Bundesregierung notwendig", sagt game-Geschäftsführer Felix Falk.

Der Branchenverband kritisiert vor allem die fehlende Planungsssicherheit. Die ökonomischen Effekte gesteigerter Investitionen könne man nur erzielen, wenn die Förderung über mehrere Jahre sichergestellt ist und nicht jedes Jahr aufs Neue im parlamentarischen Verfahren erstritten werden muss, schreibt game in einer Stellungnahme.

Laut dem Branchenverband ist der Anteil deutscher Spiele-Entwicklungen auf dem Heimatmarkt in den vergangenen Jahren auf 5 Prozent gesunken. Es gibt kaum deutsche Entwicklerstudios, die große Spieleproduktionen auf die Beine stellen können. Im Europa-Vergleich hinkt Deutschland Ländern wie Polen, Frankreich und Großbritannien hinterher.

Für die sogenannte Gamesförderung ist das Bundesverkehrsministerium unter Andreas Scheuer (CSU) verantwortlich. Das Branchenmagazin Gameswirtschaft schreibt, selbst von den 50 Millionen Euro an Fördergeldern, die für 2019 eingeplant waren, habe Scheuers Ministerium noch keinen Cent ausgezahlt. (dahe)