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Bundeskartellamt will Facebooks Datensammelei einschränken

Facebook sammelt Nutzerdaten außerhalb seines eigenen Netzwerkes über verknüpfte Dienste. Das Bundeskartellamt sieht darin einen Marktmissbrauch.

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Facebook

(Bild: dpa, Fabian Sommer)

Das Bundeskartellamt will Medienberichten zufolge Facebook das Sammeln bestimmter Daten untersagen. Darunter fallen vor allem Daten, die über verknüpfte Dienste wie beispielsweise Twitter, Spiele-Apps und der Facebook-Tochterfirmen WhatsApp und Instagram gesammelt werden. Auch Facebooks "Gefällt-mir"-Button sei betroffen. Das meldet das Boulevarblatt Bild am Sonntag unter Berufung auf Behördeninformationen. In dem Bericht heißt es, dass Facebook ein entsprechender Beschluss in den nächsten Wochen zugestellt werde.

Dem Bundeskartellamt sind bei Facebook besonders das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ein Dorn im Auge. Dies geschehe vielfach ohne ausdrückliche Zustimmung durch den Nutzer. Dessen persönliche Daten würden unter Facebook zusammengeführt und zu Werbezwecken verwendet. Dadurch missbrauche Facebook seine marktbeherrschende Stellung. Bereits Anfang 2018 hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt eine genauere Untersuchung des Marktes für Online-Werbung angekündigt.

Welche Auflagen Facebook konkret erfüllen soll, ist derzeit noch unklar. Das Bundeskartellamt habe dem Bericht zufolge aufgrund des laufenden Verfahrens keine Details nennen wollen. [Update v. 14.01.2019, 09:59 Uhr]: Auf Anfrage von heise online wollte das Kartellamt keine Angaben zu den betroffenen Daten und den möglichen Auflagen für Facebook machen. Eine Entscheidung werde "Anfang dieses Jahres" getroffen, heißt es aus der Behörde.

Facebook ist bereits über den Sachverhalt unterrichtet, das Unternehmen hat laut dem Bericht schon reagiert. Eine Sprecherin erklärte, ihr Unternehmen teile die Ansichten des Bundeskartellamtes nicht. Facebook bemängelt, dass in dem Fall Datenschutz- und Kartellrecht vermengt werde; das sei nicht hinzunehmen. (olb)